Wie im Film, aber im wahren Leben fehlt leider der humorvolle Teil.
Am Donnerstag, den 13. Mai 2010 wurde in der Thethe High School direkt neben unserem Y-Centre der >Memorial Service< fuer einen am Wochenende zuvor verstorbenen Schueler abgehalten. Die Todesumstaende waren und sind immer noch mehr als mysterioes und bedrueckend: Er war am Freitagabend mit Freunden unterwegs gewesen und hatte gemeinsam mit ihnen ein paar Bier getrunken. Ploetzlich fuehlte er sich nicht wohl und legte sich hin. Er muss einige Kraempfe durchlitten haben bevor er starb. Spaeter konnte man Spuren von Gift im Bierglas nachweisen... Woher kommt denn nun das Gift und wer hat es untergemischt? Viele noch ungeklaerte Fragen und besonders schmerzlich in dem Wissen, dass er anscheinend mit „Freunden“ unterwegs war.
Die Andacht, bei der wir als loveLife Team mit unserem SoundSystem eingeschlossen Mikrophonen und musikalischem Hintergrund involviert waren, war sehr beruehrend und als der Jungenchor „One day we’ll all be in heaven and I’ll be wearing my golden shoes“ sangen und bei den gesummten Strophen mit Anekdoten an den Verstorbenen erinnerten, blieb kaum ein Auge trocken. Es war sehr ergreifend und Familie und nahestehende Freunde waren dankbar ueber jede anzulehnende Schulter.
Die Beerdigung fand am folgenden Samstag frueh morgens in Phokeng statt und eine grosse Trauergemeinde zog ueber das Feld zum Friedhof.
Am gleichen Samstag gab es allerdings auch die Hochzeit einer unserer ex-Mpintshis zu feiern, die fast das ganze Y-Centre zu dieser Festivitaet geladen hatte. Nach Schliessung des Centres gegen halb5 machten wir uns gemeinsam auf den Weg zum Haus ihrer Eltern. Es gibt in Suedafrika naemlich immer zwei verschiedene Orte, an denen gefeiert wird, zum Einen das Haus der Brauteltern und zum Anderen das der Braeutigamseltern. Da wir aber von der Braut eingeladen worden waren, konnten wir nicht zum viel naeher gelegenen Braeutigamshaus gehen.
Nach einer guten halben Stunde Fussweg gelangten wir zum Ort des Geschehens, beziehungsweise Ort des Ungeschehens, denn als wir ankamen war nicht sehr viel los, ausser ein paar aelterer Herren im Stuhlkreis mit „homebrewed bear“ und der zu wuenschen uebrig lassenden >Luka Brass Band<. Auch auf meine Bitte hin „Kekopa go batsameka pila!“ (please play nicely!) wurde es nicht wirklich besser. Doch auch unser Stuhlkreis weitete sich immer weiter aus, die DJs fingen an, House aufzulegen und bei uns ging langsam aber sicher die Party los. Es wurde getanzt, getrunken, gelacht. So wie das ja bestenfalls immer sein soll.
Typisch suedafrikanisch verliessen wir die Feier dann aber schon gegen 9 Uhr abends, die Gastgeberin war auch schon halb auf dem Weg ins Bett und unsere Gruppe teilte sich auf. Manche gingen noch hierhin, manche nach Hause und Yvonne konnte gluecklicherweise von Godfrey und Lesego ueberredet werden noch mit zu Petlele zu kommen, eine nahegelegene Tavern, in der man ungestoert und nett draussen sitzen kann. Waere es nicht um die Ueberredungskunst der beiden Herren gewesen, haette ich dann wohl auch um halb10 mein Kopfkissen gegruesst, denn alleine laesst mich ausi Vovo dann doch nicht gern ziehen.
Am Montag, den 23. Mai als ich gerade vom Seminar zurueckgekommen war und mich in der Thethe High School bei den Lehrern nach dem neusten Stand der Dinge erkundigen wollte, musste ich erfahren, dass es einen neuen Todesfall gab. Ein Junge der Abiturklasse war von Sonntag- auf Montagnacht an einer bisher noch ungeklaerten Krankheit verstorben.
Anscheinend ging es ihm schon seit dem vorangegangenen Mittwoch nicht gut und er hatte die lokale Klinik aufgesucht, wo man ihm allerdings aufgrund des Mangels an Medikamenten nur paracetamol mit nach Hause gab. Er fand keine weitere Untersuchung statt, er wurde nicht ins Krankenhaus verwiesen und fuer einen Arztbesuch war das Geld nicht vorhanden. Als sich dann am Sonntagabend sein Zustand verschlimmerte, er nur noch schlief und nicht mehr ass, trank noch redete, wurden die Familienangehoerigen doch besorgter, aber das Glueck einer Ambulanz genoss der Junge leider nicht mehr. Er verstarb in der selben Nacht.
Die Nachricht eines weitern Todes in dieser so kurzen Zeit erschuetterte uns alle sehr und Unglaeubigkeit und Angst machte sich breit. Gerade in der suedafrikansichen Kultur kommt bei solchen Vorkommnissen einfach der Verdacht auf >schwarze Magie< auf, vielleicht ist Thethe High School verhext oder verflucht...
Am morgigen Donnerstag wird also nach nur zwei Wochen der zweite >Memorial Service< stattfinden. Gestern kam mich deshalb ein enger Freund des verstorbenen Jungen um Hilfe bitten, er solle die Rede halten, aber wisse nicht, wie anfangen. So setzte ich mich mit ihm nach draussen und fing an ihn ueber besondere Charakteristiken seines Freundes zu befragen, was ihn so einen guten Freund machte, fuer was er bekannt war und welche Situationen ihm zu diesem einfielen. Er redete lange mit mir und erzaehlte mir eine Menge ueber seinen Freund. Daraufhin gab ich ihm Stift und Zettel und bat ihn, das Erzaehlte versuchsweise auf Papier zu bringen. Als ich seinen Text las, spuehrte ich schon, wie sich meine Augen mit Traenen fuellten. Ich half ihm dabei, die Rede zu gestalten und regte ihn zu einigen Veraenderungen an. Am Ende hatten wir sehr viele schoene Passagen, die es nur noch galt zusammenzulegen.
Morgen um 12 Uhr werden wir also erneut mit SoundSystem und Co. in die Schulhalle gehen udn ich ahne, dass es wieder sehr ergreifen wird.
Die einzige Frage, die ich mir jetzt noch stelle... Wie kommt es, dass ich seit meinem Aufenthalt in Suedafrika mit so viel Tod konfrontiert werde, wie bislang in meinem Leben nicht? Ist es die Dorfsituation, in der man viel naeher an allem dran ist? Ich weiss es nicht. Und neben den erwaehnten Faellen ist heute der Anruf eingegangen, die schwangere Freundin einer meiner Arbeitskollegen sei gestern bei einem Autounfall ums Leben gekommen, ein anderer Bekannter hat erst vor drei Wochen sein Neugeborenes verloren und der anderthalbjaehrige Sohn unseres Theaterlehrers ist zu einer aehnlichen Zeit erkrankt und ebenfalls gestorben. Vier Schuelerinnen der Middle School haben einen Elternteil verloren und ein Schueler der High School seinen kleinen Bruder. Ich koennte jetzt noch ewig so weiter machen, aber darum geht es mir ja auch gar nicht. Es ist nur seltsam so permanent mit dem Sensemann konfrontiert zu sein, aber gleichzeitig auch interessant mitzuerleben, wie mit Verlusten umgegangen wird... „God has taken him/her for a reason... everything happens for a purpose... the world is still rotating and life goes on...there is nothing we can say or do...” Ich glaube, vermute, dass auch diese Art des Umgangs mit Tod und Verlust zum Teil mit der „mentality of struggle“ zu tun hat. Die Bevoelkerung hier sieht es quasi als ihr Erbe an, zu leiden und Schwierigkeiten zu haben. Nichts kommt einfach und schmerzlos daher und wenn doch, dann kann es nicht mit rechten Dingen zugehen.
Dies sind natuerlich nur subjektive Beobachtungen und meine klaeglichen Versuche, mir diese Welt begreifbarer zu machen und sie fuer meinereins zu erklaeren.
Allein aus Freude am Sehen und ohne Hoffnung, seine Eindrücke und Erlebnisse mitteilen zu dürfen, würde niemand über das Meer fahren. (Blaise Pascal)
Mittwoch, 26. Mai 2010
Sonntag, 23. Mai 2010
Mpuuu
Jaja, so zum Ende hin komme ich doch noch etwas rum XD
Am letzten Sonntag, den 16. Mai ging es naemlich schon wieder nach Pretoria, um am naechsten Tag weiter die Reise Richtung Mpumalanga anzutreten.
Lieberweise nahm mich die Jungen-WG um Mark und Mbatjiua wieder auf und als eine Art Revival vom letzten Mal besorgten wir wieder Burgerzutaten und burgerten dann abends eifrig vor "How I met your mother" Staffel 5, einer mehr oder weniger neuen, ganz witzigen Serie, die mich teils an >Friends< erinnert.
Am Montag gings schon frueh raus und zur DED Zentrale, wo ein Bus auf uns wartete, der uns auf einer gut 4-stuendigen Tour nach Mpumalanga, White River kutschierte.
Nach dem nicht ganz so gluecklichen letzten Seminar hatte ich dieses Mal eigentlich keine besonderen Erwartungen und war einfach nur gespannt auf Mpumalanga und die anderen Freiwilligen. Ich glaube vielen ging es so und das hatte als positiven Nebeneffekt, dass wir ziemlich entspannt und offen fuer mehr waren. Im Gegensatz zum ersten Zwischenseminar im Februar war es dieses Mal aber auch nur die DED Truppe mit 33 Freiwilligen und nicht eine Kombination aus vier verschiedenen Entsendeorganisationen mit rund 70 Teilnehmern. Das bedeutet wir waren ein nettes, uebersichtliches Trueppchen mit vier Seminarleitern in einer einfachen, aber wirklich schoenen und heimisch wirkenden Unterkunft im >Desmond Tutu Centre For Leadership<.
Der Ankunftstag beinhaltete erstmal eine Vorstellungsrunde mit Erwartungen und Wuenschen fuer das Seminar, dann die Aufstellung der Seminarregeln und einem ersten Rueckblick auf unsere vergangene Freiwilligenzeit.
Dienstag war interessant und entspannt. Am morgen hatten wir einen Vortrag eines Entwicklungshelfers (EHler) vom DED, der in Mpumalanga zustaendig fuer Landschaftsverwaltung und Energiegewinnung ist. Die NGO, in welcher er taetig ist, versucht den Gebracuh von bislang ungenutzten Ressourcen, gerade auf dem Gebiet der erneuerbaren Technologien, voranzutreiben. Der EHler erzaehlte uns hierbei, warum dies eine grosse Herausforderung sei und wie vieles wieder auf Gesetzte und Festlegungen aus Zeiten der Apartheid zurueckzufuehren ist. Hoechst spannend, aber zum Teil scheint es wie Sisifosarbeit in einem ewigen Teufelskreis.
Spaeter griffen wir in Kleingruppen dann unsere beim ersten Seminar gemalten Poster mit Hoehen und Tiefen unseres Aufenthaltes wieder auf, malten weiter und erzaehlten uns dann gegenseitig unsere Geschichten und wie wir mit den verschiedenen Etappen, Problemen und Erlebnissen umgegangen sind. Das Schoene daran war, dass es manchmal Parallelen gab oder dass man sich hin und wieder untereinander helfen, Dinge analysieren und Loesungsvorschlaege vorstellen konnte.
Der Nachmittag war dann fuer die Einzelgespraeche mit den Seminarleitern verplant und so konnten wir, abseits unserer Gespraeche, draussen im Gras in der Sonne liegen, lesen, schreiben, quatschen - herrlich!
Die Gespraeche und der Austausch mit den anderen Weltwaertslern ist sowieso immer der Mittelpunkt und die Essenz der Seminare. Die Einheiten bilden am Ende mehr den Rahmen, doch was wirklich bleibt ist das Gefuehl, mehr oder weniger Gleichgesinnte Menschen zu treffen und Freunde zu finden. In Diskussionen mit anderen wurden mir manche eigenen Erlebnisse erst wieder bewusst, anhand ihrer Reaktion sah ich inzwischen akzeptierte Alltagsumstaende erst wieder aus anderer Sicht, mehr europaeischer Sicht vielleicht. Es war wirklich verrueckt. Ausserdem konnte ich endlich mit anderen ueber Suedafrika als Land reden, ueber die ganzen >kranken< Aspekte, ueber das Erschreckende aber auch das so Faszinierende. Solche Unterhaltungen kann ich eher schwer mit meinen Luka-Bekanntschaften fuehren. Sie leben in diesem Land, ihr Blickwinkel aber auch ihre persoenliche Geschichte ist ganz anders involviert. Auf dem Seminar hatte ich endlcih die Chance politische Ereignisse mit anderen "Aussenstehenden" zu debattieren, die Geschichte als "Unbeteiligte" zu betrachten und so weiter. Mir hat das sehr geholfen.
Am Mittwoch erreichte die Seminarwoche mit einem Besuch im Krueger Park den Hoehepunkt! Frueh morgens schon fuhren wir von unserer Unterkunft aus los und erreichten den Park, als die Sonne noch tief im Osten stand. In unserem Bus fuhren wir dann also eine bestimmte Route ab und hatten von beginn an viel Glueck mit der Sichtung von Tieren. Um der Gruppe entdeckte Objekte mitzuteilen, gab es den Uhrzeigerruf, wie z.B. "Impala auf 9" (das waere dann 45 Grad nach links) oder "Buffalo auf halb2". Damit hatten wir immer viel Vergnuegen, besonders als "Menschen auf Dreiiertel4" und aehnliche Rufe kamen. Um etwas neidisch zu machen, wir sahen Giraffen, Elephanten, vieeeeele Impalas, Kudus, Bueffel, Nashoerner, einen Fisheagle (Seeadler?), Fledermaeuse, Krokodile, Schildkroeten, Nilpferde, Zebras, Geparden (3 von nur 200!) und andere Voegel und Tiere, deren Namen ich nicht behalten habe. Ein voller Erfolg also. Nur Loewe und Leopard blieben aus.
Die Mittagspause verbrachten wir in der Sukuza Game Lodge mit Pool und huebscher Vesperstaette. Es war so warm, dass sogar gebadet wurde, frei- und unfreiwillig ;-)
Und obwohl wir an besagtem Mittwoch erst spaet und muede heimkehrten, wurde der Abend doch noch sehr lang und vergnueglich!
Donnerstag war dann der letzte Seminartag, nochmal ganz scheon vollgepackt, aber sehr interessant. Wir hatten eine Einheit zum Thema "State of the state of South Africa" mit geschichtlichem Rueckblick und viel Politik, was mir die Augen fuer vieles oeffnete und mich manche politischen Entwicklungen dieser Zeit besser verstehen liess.
Anschliessend gab es einen Workshop ueber "Sportjournalisten zur WM", da ein paar unserer FW (mich eingeschlossen) im DED Besucherprogramm integriert sind und damit mit grosser Sicherheit deutsche Journalisten an unseren Projektorten zu Besuch erwarten koennen. Zuvor lasen wir noch den neuen >Stern-Artikel< ueber weltwaerts und analysierten Stearken, Schwaechen und fehlerhafte Informationen. Ganz beliebt ist die Aussage, weltwaerts sei ein Entwicklungshilfeprogramm, das ist es naemlich explizit nicht, weltwaerts ist ein Bildungs- und Lernprogramm in entwicklungsnaher Umgebung. Na gut, so viel zur Semantik.
Auf den Workshop folgte eine Session zum Mentorenprogramm, das momentan noch schlecht bsi gar nicht laeuft. Wir sollten unseren Input geben und die mit der Belebung dieses Programmes beauftragten Praktikantin anregen. Waehrend dieser Runde kam viel Frust und Enttaeuschung hoch und es waere beinahe etwas eskaliert, da die gute Frau unsere Kritik an schlechten oder nicht existierenden Mentoren persoenlich nahm (wobei dies sie ja nicht im geringsten betrifft, sie fing erst vor 2 Wochen ihr Praktikum an) und am Ende das Ganze etwas unnoetig Hochjubelte. Wie auch immer, gluecklicherweise waren wir Freiwilligen fast alle nicht auf Konfrontationskurs und Tork rettete die Situation dann gekonnt mit einer humorvollen Ueberleitung.
Am Nachmittag hatten wir dann Zeit, offene Fragen zu stellen und unsere Ausreisetermine wurden verkuendet und bestaetigt. Es war ein seltsamer Moment, weil uns auch ploetzlich bewusst wurde, dass wir hiermit nicht nur unsere Suedafrikaner verlassen wuerden, sondern auch einige der anderen FW so schnell nicht mehr wiedersehen wuerden.
Als filmreifen Abschiedsabend hatten dien zwei Jungens Ulf und Josef dann ein "flunky-Ball-Turnier" organisiert, bei dem sich zwei gegnerische Mannschaften mit je zwei Mitgleidern in ca 10 Meter entfernung gegenueberstehen und abwechselnd versuchen muessen eine Dose mit einem Ball abzuwerfen. Sobald eine der Mannschaften dies geschafft hat, muessen beide Mitglieder zu der mit Gerstensaft gefuellten Flasche greifen und diesen so schnell als moeglich dem Koerperinneren zufuehren, waehrend die Gegner im rasenden Tempo die Dose wieder aufstellen und den Ball einsammeln muessen. Das Team, welches zuerst die beiden Gerstensaftflaschen geleert hat, hat gewonnen. Eigentlich ziemlich bescheuert,a ber auch ziemlich witzig. Und tasaechlich hatten wir ein Maedchenteam, das nicht nach der ersten Runde rausflog, sondern es bsi auf Platz 4 schaffte - holla, das waren die Suffunken!
Am Freitagmorgen waren die meisten FW dann entsprechend fit und die Busrueckreise erwies sich als einziger Schlaftrip, es wurde auch kaum ein Wort gesprochen, stille.
Von Pretoria fuhr ich dann mit dem Minibustaxi nach Rustenburg und von dort nach Luka heim, wo ich abends um halb7 ankam, froehlich und mit 8 letzten Wochen im Gepaeck.
Am letzten Sonntag, den 16. Mai ging es naemlich schon wieder nach Pretoria, um am naechsten Tag weiter die Reise Richtung Mpumalanga anzutreten.
Lieberweise nahm mich die Jungen-WG um Mark und Mbatjiua wieder auf und als eine Art Revival vom letzten Mal besorgten wir wieder Burgerzutaten und burgerten dann abends eifrig vor "How I met your mother" Staffel 5, einer mehr oder weniger neuen, ganz witzigen Serie, die mich teils an >Friends< erinnert.
Am Montag gings schon frueh raus und zur DED Zentrale, wo ein Bus auf uns wartete, der uns auf einer gut 4-stuendigen Tour nach Mpumalanga, White River kutschierte.
Nach dem nicht ganz so gluecklichen letzten Seminar hatte ich dieses Mal eigentlich keine besonderen Erwartungen und war einfach nur gespannt auf Mpumalanga und die anderen Freiwilligen. Ich glaube vielen ging es so und das hatte als positiven Nebeneffekt, dass wir ziemlich entspannt und offen fuer mehr waren. Im Gegensatz zum ersten Zwischenseminar im Februar war es dieses Mal aber auch nur die DED Truppe mit 33 Freiwilligen und nicht eine Kombination aus vier verschiedenen Entsendeorganisationen mit rund 70 Teilnehmern. Das bedeutet wir waren ein nettes, uebersichtliches Trueppchen mit vier Seminarleitern in einer einfachen, aber wirklich schoenen und heimisch wirkenden Unterkunft im >Desmond Tutu Centre For Leadership<.
Der Ankunftstag beinhaltete erstmal eine Vorstellungsrunde mit Erwartungen und Wuenschen fuer das Seminar, dann die Aufstellung der Seminarregeln und einem ersten Rueckblick auf unsere vergangene Freiwilligenzeit.
Dienstag war interessant und entspannt. Am morgen hatten wir einen Vortrag eines Entwicklungshelfers (EHler) vom DED, der in Mpumalanga zustaendig fuer Landschaftsverwaltung und Energiegewinnung ist. Die NGO, in welcher er taetig ist, versucht den Gebracuh von bislang ungenutzten Ressourcen, gerade auf dem Gebiet der erneuerbaren Technologien, voranzutreiben. Der EHler erzaehlte uns hierbei, warum dies eine grosse Herausforderung sei und wie vieles wieder auf Gesetzte und Festlegungen aus Zeiten der Apartheid zurueckzufuehren ist. Hoechst spannend, aber zum Teil scheint es wie Sisifosarbeit in einem ewigen Teufelskreis.
Spaeter griffen wir in Kleingruppen dann unsere beim ersten Seminar gemalten Poster mit Hoehen und Tiefen unseres Aufenthaltes wieder auf, malten weiter und erzaehlten uns dann gegenseitig unsere Geschichten und wie wir mit den verschiedenen Etappen, Problemen und Erlebnissen umgegangen sind. Das Schoene daran war, dass es manchmal Parallelen gab oder dass man sich hin und wieder untereinander helfen, Dinge analysieren und Loesungsvorschlaege vorstellen konnte.
Der Nachmittag war dann fuer die Einzelgespraeche mit den Seminarleitern verplant und so konnten wir, abseits unserer Gespraeche, draussen im Gras in der Sonne liegen, lesen, schreiben, quatschen - herrlich!
Die Gespraeche und der Austausch mit den anderen Weltwaertslern ist sowieso immer der Mittelpunkt und die Essenz der Seminare. Die Einheiten bilden am Ende mehr den Rahmen, doch was wirklich bleibt ist das Gefuehl, mehr oder weniger Gleichgesinnte Menschen zu treffen und Freunde zu finden. In Diskussionen mit anderen wurden mir manche eigenen Erlebnisse erst wieder bewusst, anhand ihrer Reaktion sah ich inzwischen akzeptierte Alltagsumstaende erst wieder aus anderer Sicht, mehr europaeischer Sicht vielleicht. Es war wirklich verrueckt. Ausserdem konnte ich endlich mit anderen ueber Suedafrika als Land reden, ueber die ganzen >kranken< Aspekte, ueber das Erschreckende aber auch das so Faszinierende. Solche Unterhaltungen kann ich eher schwer mit meinen Luka-Bekanntschaften fuehren. Sie leben in diesem Land, ihr Blickwinkel aber auch ihre persoenliche Geschichte ist ganz anders involviert. Auf dem Seminar hatte ich endlcih die Chance politische Ereignisse mit anderen "Aussenstehenden" zu debattieren, die Geschichte als "Unbeteiligte" zu betrachten und so weiter. Mir hat das sehr geholfen.
Am Mittwoch erreichte die Seminarwoche mit einem Besuch im Krueger Park den Hoehepunkt! Frueh morgens schon fuhren wir von unserer Unterkunft aus los und erreichten den Park, als die Sonne noch tief im Osten stand. In unserem Bus fuhren wir dann also eine bestimmte Route ab und hatten von beginn an viel Glueck mit der Sichtung von Tieren. Um der Gruppe entdeckte Objekte mitzuteilen, gab es den Uhrzeigerruf, wie z.B. "Impala auf 9" (das waere dann 45 Grad nach links) oder "Buffalo auf halb2". Damit hatten wir immer viel Vergnuegen, besonders als "Menschen auf Dreiiertel4" und aehnliche Rufe kamen. Um etwas neidisch zu machen, wir sahen Giraffen, Elephanten, vieeeeele Impalas, Kudus, Bueffel, Nashoerner, einen Fisheagle (Seeadler?), Fledermaeuse, Krokodile, Schildkroeten, Nilpferde, Zebras, Geparden (3 von nur 200!) und andere Voegel und Tiere, deren Namen ich nicht behalten habe. Ein voller Erfolg also. Nur Loewe und Leopard blieben aus.
Die Mittagspause verbrachten wir in der Sukuza Game Lodge mit Pool und huebscher Vesperstaette. Es war so warm, dass sogar gebadet wurde, frei- und unfreiwillig ;-)
Und obwohl wir an besagtem Mittwoch erst spaet und muede heimkehrten, wurde der Abend doch noch sehr lang und vergnueglich!
Donnerstag war dann der letzte Seminartag, nochmal ganz scheon vollgepackt, aber sehr interessant. Wir hatten eine Einheit zum Thema "State of the state of South Africa" mit geschichtlichem Rueckblick und viel Politik, was mir die Augen fuer vieles oeffnete und mich manche politischen Entwicklungen dieser Zeit besser verstehen liess.
Anschliessend gab es einen Workshop ueber "Sportjournalisten zur WM", da ein paar unserer FW (mich eingeschlossen) im DED Besucherprogramm integriert sind und damit mit grosser Sicherheit deutsche Journalisten an unseren Projektorten zu Besuch erwarten koennen. Zuvor lasen wir noch den neuen >Stern-Artikel< ueber weltwaerts und analysierten Stearken, Schwaechen und fehlerhafte Informationen. Ganz beliebt ist die Aussage, weltwaerts sei ein Entwicklungshilfeprogramm, das ist es naemlich explizit nicht, weltwaerts ist ein Bildungs- und Lernprogramm in entwicklungsnaher Umgebung. Na gut, so viel zur Semantik.
Auf den Workshop folgte eine Session zum Mentorenprogramm, das momentan noch schlecht bsi gar nicht laeuft. Wir sollten unseren Input geben und die mit der Belebung dieses Programmes beauftragten Praktikantin anregen. Waehrend dieser Runde kam viel Frust und Enttaeuschung hoch und es waere beinahe etwas eskaliert, da die gute Frau unsere Kritik an schlechten oder nicht existierenden Mentoren persoenlich nahm (wobei dies sie ja nicht im geringsten betrifft, sie fing erst vor 2 Wochen ihr Praktikum an) und am Ende das Ganze etwas unnoetig Hochjubelte. Wie auch immer, gluecklicherweise waren wir Freiwilligen fast alle nicht auf Konfrontationskurs und Tork rettete die Situation dann gekonnt mit einer humorvollen Ueberleitung.
Am Nachmittag hatten wir dann Zeit, offene Fragen zu stellen und unsere Ausreisetermine wurden verkuendet und bestaetigt. Es war ein seltsamer Moment, weil uns auch ploetzlich bewusst wurde, dass wir hiermit nicht nur unsere Suedafrikaner verlassen wuerden, sondern auch einige der anderen FW so schnell nicht mehr wiedersehen wuerden.
Als filmreifen Abschiedsabend hatten dien zwei Jungens Ulf und Josef dann ein "flunky-Ball-Turnier" organisiert, bei dem sich zwei gegnerische Mannschaften mit je zwei Mitgleidern in ca 10 Meter entfernung gegenueberstehen und abwechselnd versuchen muessen eine Dose mit einem Ball abzuwerfen. Sobald eine der Mannschaften dies geschafft hat, muessen beide Mitglieder zu der mit Gerstensaft gefuellten Flasche greifen und diesen so schnell als moeglich dem Koerperinneren zufuehren, waehrend die Gegner im rasenden Tempo die Dose wieder aufstellen und den Ball einsammeln muessen. Das Team, welches zuerst die beiden Gerstensaftflaschen geleert hat, hat gewonnen. Eigentlich ziemlich bescheuert,a ber auch ziemlich witzig. Und tasaechlich hatten wir ein Maedchenteam, das nicht nach der ersten Runde rausflog, sondern es bsi auf Platz 4 schaffte - holla, das waren die Suffunken!
Am Freitagmorgen waren die meisten FW dann entsprechend fit und die Busrueckreise erwies sich als einziger Schlaftrip, es wurde auch kaum ein Wort gesprochen, stille.
Von Pretoria fuhr ich dann mit dem Minibustaxi nach Rustenburg und von dort nach Luka heim, wo ich abends um halb7 ankam, froehlich und mit 8 letzten Wochen im Gepaeck.
Dienstag, 11. Mai 2010
Cape Town die Zweite.
Nur 3 Wochen liegen zwischen meiner Ankunft in Luka und meiner erneuten Abreise richtung Sued-West. Ja, es ging fuer mich schon wieder in das bezaubernde Cape Town, dieses Mal in begleitung von Yvonne.
Die Reise war ein Geschenk von Mama gewesen, auch ein Dankeschoen an meine Gastmutter und in dem Wissen, dass diese die Stadt ueber alles liebt!
Am Sonntag gaaanz frueh morgens standen wir auf, fuhren mit dem Taxi nach Rustenburg und von dort aus weiter nach Johannesburg, wo um 10.30 Uhr die Shosholoza-Meyl nach Cape Town abfuhr. Wir waren zeitlich perfekt eingeplant und mussten nur noch am Bahnschalter die vorbestellten Tickets abholen. Eine Dame mit Gehproblem sass am Schalter und als sie die bankbestaetigung ausdrucken gehen musste, stoehnte sie laut auf und verschwand... und kam un kam nicht wieder... aber wir warteten einfach, war ja nichts zu machen, wir brauchten unsere Tickets. Wir hatten also Zeit die Menschen um uns herum zu betrachten...
Da waren die beiden Nigerier, die unentwegt quatschten und uns erzaehlen wollten, der Zug fahre erst um halb 1, wir seien ja vieeel zu frueh, ob wir nicht noch was trinken gehen wollten...
Dann eine sehr, viel zu wohlgenaehrte Dame, die zwei wartesitze belegte und komplett in engen pinken Leggins und Pullover gekleidet war... D
ann eine gestresste aeltere Dame, die sich aufregte, warum es so wenig Personal gebe, sie wuerde gleich anfangen dort zu arbeiten, gaebe man ihr einen Job, aber das sei ja wirklich zu viel...
Und dann der etwas verstrubbelt aussehende, hochgewachsene blonde Mann mit seinem kleinen Sohn. Er heisse Mcintosh M-C-I-N-T-O-S-H, ja, from Canada, er reise mit seiner Mutter und seinem Sohn, seine Mutter sei gehbehindert, sie saesse da hinten (Wink mit der Hand). Aber das witzigste war, als er dann ploetzlich auf Shangaan anfing zu sprechen. Shangaan gehoert mit zu den am wenigsten gesprochenen und kompliziertesten suedafrikanischen Sprachen, doch er redete wie aus einem Guss. Yvonne traute ihren Ohren nicht und auch die Dame hinterm Schalter schien sich praeschtig zu amuesieren, dem lauten Gelaechter nach zu Urteilen. Irgendwann switchte er dann sogar noch in Xhosa und alle waren nur begeistert. Ein weisser, der suedafrikanische Sprachen beherrscht, wow!
Schliessndlcih kam dann auch unsere Ticketfrau zurueck und wir konnten endlich den Zug besteigen - 26 Stunden Zugfahrt vor uns.
Das Reisen mit dem Zug hat meiner Meinung nach (und auch Yvonnes, denn sie bevorzugt den Zug vor anderen Verkehrsmitteln) einen ganz besonderen Reiz. Man rollt gemaechlich von dannen, sieht die Landschaft und verglichen zu Auto und Bus kann man aufstehen, gehen, oder mal das Bordrestaurant besuchen. Abends werden dann die Lager ausgeschlagen. Leider holte ich mir in dieser ersten Zugnacht eine Erkaeltung, die ich die naechste Woche noch mit mir rumtragen sollte.
Am Montag nach Mittag kamen wir in Cape Town an und fuhren mit dem Taxi in unsere Herberge, die neue Ashanti-Lodge in Greenpoint (sehr schoen und ruhig) mit Sicht auf das Fussballstadion, Besonders bei Nacht eine Augenweide! Wir erfrischten uns und ruhten usn etwas aus, bevor wir am fruehen Abend die Umgebung erkunden gingen und dann ein leckeres italienisches Essen hatten, ich natuerlich Spaghetti frutti di mare!
Am Dienstag gingen wir, nachdem wir schoen ausgeschlafen hatten zur Waterfront, die stuermisch und dunkel war, was eine ganz besondere Atmosphaere hervorrief. Dieses aufgeregte Wasser, der zerrissene Wolkenhimmel und frische Luft.
In der waterfront Mall verbrachten wir seit langem einen Tag mit relaxtem shoppen, Kino und gutem Abendessen.
Der Mittwoch war fuer die Innenstadt, eigentlich mit suessen Shops in der Fussmeile, doch durch das Pisswetter etwas gestoert. Wir suchten die CT Flohmaerkte, doch fanden heraus, dass diese aufgrund der WM diese geschlossen worden sind, schade, da sollte es ganz ausgefallene und witzige Dinge geben. So schlenderten wir einfach umher und kamen dann nicht so spaet heim, um einen Nachmittagsschlaf zu machen. Gegen halb9 Uhr abends knurrte uns dann aber der Magen so sehr, dass wir usn noch mal aufmachten, um was zum Essen zu holen. Wir hielten ein Taxi und meinten, wir muessten daunddahin - hei, das treffe sich gut, da muesse er auch hin, er wuerde neben seinem Taxibusiness noch "delivery service" anbieten und muesse nun die verscheidenen Auftraege abarbeiten. Dann fragte er uns, ob wir nicht noch mit auf seiner Verteilungstour bleiben wollten, er gaebe uns eine kleine Rundfahrt 4free und koenne uns dabei was zu CT erzaehlen, er haette naemlich auch eine Reisefuehrerbescheinigung und mache immer wieder Touren. Wir nahmen dieses Angebot natuerlich an und bekamen so eine Nachttour durch Camps Bey und die Strandecke, bei Signall Hill vorbei und zurueck nach Greenponit. Er konnte wirklich viel zu den verscheidenen Orten und Strassen erzeahlen. Um 10 waren wir wieder im Appartment, mit Essen und komplett freier Taxitour! Gluecklicher Zufall!
Der Donnerstagmorgen war uebelst verregnet, es schuettete richtig, doch gegen Mittag riss der Himmel ploetzlich auf und dann kam uns auch Oupas Schwester Rebaone und ihre Freundin besuchen, die in CT studieren. Beides sehr liebe und witzige Maedchen, mit denen wir dann noch mal zur Waterfront gingen und einen vergnuegten Nachmittag hatten. Draussen spielte noch eine Band und wir tanzten und gackerten rum. Dann war es auch schon dunkel, wir gingen nach hause und packten schon etwas unsere Sachen zusammen.
Freitag war dann auch schon wieder Abreisetag, wir verliessen die Lodge relativ frueh und konnten dann aufgrund des Sonnenscheins in CT Centre in den kleinen Laeden nach Mitbringseln fuer die Familie Ausschau halten.
Unser Zug verliess CT um halb1 und die Rueckfahrt war scheoner, als die Hinfahrt - wir hatten ein 4-sleepers zu 2., also jeder viiieel Platz, die Sonne schien, die Lsndschaft war wunderschoen, das Essen war gut... Wir schliefen angenehm und fuehlten uns wohl.
Die Ankunft in Johannesburg war dann allerdings ein Desaster, mit ausgefallenen Lichtern im Bahnhof- es war stockfinster, es gab kein Personal, das einem irgendwie mit Gepaeck behilflich war (denn waehrend wir mit 4 Taschen angereist waren, kamen wir mit 10 zurueck). Und es waren nicht nur die Lichter, sondern auch die Rolltreppe, was besonders der Seniorenreisegruppe grosse Probleme schaffte. Es gab einen langen Stau vor der einzigen (!) Rolltreppe und kurztemperierte Personen bekamen da schon mal einen Ausraster und schissen die armen zurueckgebliebenen Bahnwaerter an, die ja auch nichts dafuer konnten.
Wir waren einfach nur froh, als wir weg von diesem Trubel und im Taxi nach Rustenburg sassen. Uglaublich muede, aber gluecklich und mit wunderschoenen neuen Schuhen im Gepaeck!!!
Unsere Ankunft war freudig zelebriert, die Kinder hatten uns trotz der Dunkelheit schon von Weitem gesichtet und rannten usn fast zu Boden. Die Geschenkrunde war dann wie Klein-Weihnachten und jeder war gluecklich mit Grinsegesichtern.
Als ich dann zu Bett gehen wollte kam Yvonne zu mir und sagte: Sophie, thank you and your family so much for the holiday" und umarmte mich (was sie auch nicht so oft tut.) Ich glaube es war unheimlich erleichternd und angenehm mal weg von allem Alltag Und Stress gewesen zu sein und nur zu geniessen!
Die Reise war ein Geschenk von Mama gewesen, auch ein Dankeschoen an meine Gastmutter und in dem Wissen, dass diese die Stadt ueber alles liebt!
Am Sonntag gaaanz frueh morgens standen wir auf, fuhren mit dem Taxi nach Rustenburg und von dort aus weiter nach Johannesburg, wo um 10.30 Uhr die Shosholoza-Meyl nach Cape Town abfuhr. Wir waren zeitlich perfekt eingeplant und mussten nur noch am Bahnschalter die vorbestellten Tickets abholen. Eine Dame mit Gehproblem sass am Schalter und als sie die bankbestaetigung ausdrucken gehen musste, stoehnte sie laut auf und verschwand... und kam un kam nicht wieder... aber wir warteten einfach, war ja nichts zu machen, wir brauchten unsere Tickets. Wir hatten also Zeit die Menschen um uns herum zu betrachten...
Da waren die beiden Nigerier, die unentwegt quatschten und uns erzaehlen wollten, der Zug fahre erst um halb 1, wir seien ja vieeel zu frueh, ob wir nicht noch was trinken gehen wollten...
Dann eine sehr, viel zu wohlgenaehrte Dame, die zwei wartesitze belegte und komplett in engen pinken Leggins und Pullover gekleidet war... D
ann eine gestresste aeltere Dame, die sich aufregte, warum es so wenig Personal gebe, sie wuerde gleich anfangen dort zu arbeiten, gaebe man ihr einen Job, aber das sei ja wirklich zu viel...
Und dann der etwas verstrubbelt aussehende, hochgewachsene blonde Mann mit seinem kleinen Sohn. Er heisse Mcintosh M-C-I-N-T-O-S-H, ja, from Canada, er reise mit seiner Mutter und seinem Sohn, seine Mutter sei gehbehindert, sie saesse da hinten (Wink mit der Hand). Aber das witzigste war, als er dann ploetzlich auf Shangaan anfing zu sprechen. Shangaan gehoert mit zu den am wenigsten gesprochenen und kompliziertesten suedafrikanischen Sprachen, doch er redete wie aus einem Guss. Yvonne traute ihren Ohren nicht und auch die Dame hinterm Schalter schien sich praeschtig zu amuesieren, dem lauten Gelaechter nach zu Urteilen. Irgendwann switchte er dann sogar noch in Xhosa und alle waren nur begeistert. Ein weisser, der suedafrikanische Sprachen beherrscht, wow!
Schliessndlcih kam dann auch unsere Ticketfrau zurueck und wir konnten endlich den Zug besteigen - 26 Stunden Zugfahrt vor uns.
Das Reisen mit dem Zug hat meiner Meinung nach (und auch Yvonnes, denn sie bevorzugt den Zug vor anderen Verkehrsmitteln) einen ganz besonderen Reiz. Man rollt gemaechlich von dannen, sieht die Landschaft und verglichen zu Auto und Bus kann man aufstehen, gehen, oder mal das Bordrestaurant besuchen. Abends werden dann die Lager ausgeschlagen. Leider holte ich mir in dieser ersten Zugnacht eine Erkaeltung, die ich die naechste Woche noch mit mir rumtragen sollte.
Am Montag nach Mittag kamen wir in Cape Town an und fuhren mit dem Taxi in unsere Herberge, die neue Ashanti-Lodge in Greenpoint (sehr schoen und ruhig) mit Sicht auf das Fussballstadion, Besonders bei Nacht eine Augenweide! Wir erfrischten uns und ruhten usn etwas aus, bevor wir am fruehen Abend die Umgebung erkunden gingen und dann ein leckeres italienisches Essen hatten, ich natuerlich Spaghetti frutti di mare!
Am Dienstag gingen wir, nachdem wir schoen ausgeschlafen hatten zur Waterfront, die stuermisch und dunkel war, was eine ganz besondere Atmosphaere hervorrief. Dieses aufgeregte Wasser, der zerrissene Wolkenhimmel und frische Luft.
In der waterfront Mall verbrachten wir seit langem einen Tag mit relaxtem shoppen, Kino und gutem Abendessen.
Der Mittwoch war fuer die Innenstadt, eigentlich mit suessen Shops in der Fussmeile, doch durch das Pisswetter etwas gestoert. Wir suchten die CT Flohmaerkte, doch fanden heraus, dass diese aufgrund der WM diese geschlossen worden sind, schade, da sollte es ganz ausgefallene und witzige Dinge geben. So schlenderten wir einfach umher und kamen dann nicht so spaet heim, um einen Nachmittagsschlaf zu machen. Gegen halb9 Uhr abends knurrte uns dann aber der Magen so sehr, dass wir usn noch mal aufmachten, um was zum Essen zu holen. Wir hielten ein Taxi und meinten, wir muessten daunddahin - hei, das treffe sich gut, da muesse er auch hin, er wuerde neben seinem Taxibusiness noch "delivery service" anbieten und muesse nun die verscheidenen Auftraege abarbeiten. Dann fragte er uns, ob wir nicht noch mit auf seiner Verteilungstour bleiben wollten, er gaebe uns eine kleine Rundfahrt 4free und koenne uns dabei was zu CT erzaehlen, er haette naemlich auch eine Reisefuehrerbescheinigung und mache immer wieder Touren. Wir nahmen dieses Angebot natuerlich an und bekamen so eine Nachttour durch Camps Bey und die Strandecke, bei Signall Hill vorbei und zurueck nach Greenponit. Er konnte wirklich viel zu den verscheidenen Orten und Strassen erzeahlen. Um 10 waren wir wieder im Appartment, mit Essen und komplett freier Taxitour! Gluecklicher Zufall!
Der Donnerstagmorgen war uebelst verregnet, es schuettete richtig, doch gegen Mittag riss der Himmel ploetzlich auf und dann kam uns auch Oupas Schwester Rebaone und ihre Freundin besuchen, die in CT studieren. Beides sehr liebe und witzige Maedchen, mit denen wir dann noch mal zur Waterfront gingen und einen vergnuegten Nachmittag hatten. Draussen spielte noch eine Band und wir tanzten und gackerten rum. Dann war es auch schon dunkel, wir gingen nach hause und packten schon etwas unsere Sachen zusammen.
Freitag war dann auch schon wieder Abreisetag, wir verliessen die Lodge relativ frueh und konnten dann aufgrund des Sonnenscheins in CT Centre in den kleinen Laeden nach Mitbringseln fuer die Familie Ausschau halten.
Unser Zug verliess CT um halb1 und die Rueckfahrt war scheoner, als die Hinfahrt - wir hatten ein 4-sleepers zu 2., also jeder viiieel Platz, die Sonne schien, die Lsndschaft war wunderschoen, das Essen war gut... Wir schliefen angenehm und fuehlten uns wohl.
Die Ankunft in Johannesburg war dann allerdings ein Desaster, mit ausgefallenen Lichtern im Bahnhof- es war stockfinster, es gab kein Personal, das einem irgendwie mit Gepaeck behilflich war (denn waehrend wir mit 4 Taschen angereist waren, kamen wir mit 10 zurueck). Und es waren nicht nur die Lichter, sondern auch die Rolltreppe, was besonders der Seniorenreisegruppe grosse Probleme schaffte. Es gab einen langen Stau vor der einzigen (!) Rolltreppe und kurztemperierte Personen bekamen da schon mal einen Ausraster und schissen die armen zurueckgebliebenen Bahnwaerter an, die ja auch nichts dafuer konnten.
Wir waren einfach nur froh, als wir weg von diesem Trubel und im Taxi nach Rustenburg sassen. Uglaublich muede, aber gluecklich und mit wunderschoenen neuen Schuhen im Gepaeck!!!
Unsere Ankunft war freudig zelebriert, die Kinder hatten uns trotz der Dunkelheit schon von Weitem gesichtet und rannten usn fast zu Boden. Die Geschenkrunde war dann wie Klein-Weihnachten und jeder war gluecklich mit Grinsegesichtern.
Als ich dann zu Bett gehen wollte kam Yvonne zu mir und sagte: Sophie, thank you and your family so much for the holiday" und umarmte mich (was sie auch nicht so oft tut.) Ich glaube es war unheimlich erleichternd und angenehm mal weg von allem Alltag Und Stress gewesen zu sein und nur zu geniessen!
Samstag, 1. Mai 2010
die ReiSA (Part IV)
Ja und um das Ganze abzuschliessen: Am spaeten Nachmittag oder fruehen Abend, jdas liegt im Zeitverstaendnis des Betrachters, mussten wir uns alle also wieder voneinander trennen. Es war traurig und doch auch einfacher als beim vorherigen Mal, in dem Wissen, dass diese Trennung nicht mehr lange Anhalten wird.
Da die oeffentlichen Taxen nur mit sehr komplexen Umsteigeaktionen vom Flughafen Johannesburg nach Pretoria fahren, entschied ich mich, auch der spaeteren Stunde halber, ein "richtiges" Taxi zu nehmen, was mich zwar ein halbes Vermoegen (also auf jeden Fall aus africanisch suedafrikanischer Sicht gesehen *huiuiui, was ein Satz*) kostete, aber angenehm stressfrei von A nach B kutschierte.
In Pretoria erwartete mich Marks Geburtstagsfeier, ein lange herbeiersehnter Abend mit Ueberraschung von David und Co (mit einer Retourkutsche fuer Davids Geburtstagsgeschenk auf unserem Vorbereitungsseminar in Luetzensoemmern...). Wir hatten viel Spass in der gegenueber von der Jungen WG gelegenen Taverne und tanzten bis in die grauen Morgenstunden.
TAG XV
Samstag auf der Heimfahrt im Taxi wurde mir aber auch bewusst, dass der Besuch meiner Liebsten auch das nahe Ende meines Suedafrikaabenteuers bedeuten wuerde, was mich widerum traurig stimmte. Allerdings nahm ich mir in diesem Moment auch ganz fest vor, meine letzten 3 Monate hier noch einmal besonders zu geniessen.
Es scheint aufzugehen, denn seit meiner Rueckkehr nach Luka haben sich viele Komplikationen aufgeloest, das Centre gewinnt jeden Tag mehr an Charme, die Kinder kommen zurueck, ich kann mit meiner groundBREAKER Position immer mehr anfangen, und und und!
EVENTS
Um einen kleinen Eindruck zu erhalten: Am Ankunftssamstag war im Centre die "Graduation" fuer die ex-groundBREAKER 2009. Es war richtig schoen und ruehrend und wir kamen erst spaet zurueck.
Am 27. April hatte ich fuer den suedafrikanischen FREEDOM DAY einen Fun Run For Freedom organisiert und trotz des schlechten Wetters gingen wir raus auf die Strasse, sangen und tanzten wie wild und hatten maechtig Spass! Anschliessend hatten wir im Team noch einige Reden, Gedichte und Gesangstuecke vorbereitet zum Thema und dann schauten wir zum Abschluss den Musicalfilm "SARAFINA" (spielt im SOWETO von 1976 zur Zeit der Studentenaufstaende- ein legendaerer Film hier in SA).
Heute am 1. Mai ist fuer Suedafrika nicht nur der Arbeitertag (wir hier bei loveLife arbeiten ja IMMER und an Feiertagen erst recht!), sondern vor Allem "40 Days Countdown To The WORLD CUP" und das nutzten wir natuerlich, um ein grosses Fussballevent zu starten! Obwohl mich fast mein ganzes Team im Stich liess - sie gingen alle zu einem Festival nach Tsitsing - war das heutige Event ein voller Erfolg! DJ LES am Mixpult, drei Jungs, die wir spontan als Schiris und Kommentatoren organisisert hatten, ich am Rumrennen und zwischendurch noch am "Diski Dance" (speziell fuer den WC2010 kreierter Gruppentanz) beibringen...
Und morgen geht es dann los nach Cape Town - eine Woche nur Yvonne und ich weit weg von Stress, Arbeit und Kindern. Es ist nun die 3. Woche die ich durchgearbeitet habe und bei Yvonne ist es noch mehr... ich glaube so eine Auszeit ist mal ganz gut :-)
Da die oeffentlichen Taxen nur mit sehr komplexen Umsteigeaktionen vom Flughafen Johannesburg nach Pretoria fahren, entschied ich mich, auch der spaeteren Stunde halber, ein "richtiges" Taxi zu nehmen, was mich zwar ein halbes Vermoegen (also auf jeden Fall aus africanisch suedafrikanischer Sicht gesehen *huiuiui, was ein Satz*) kostete, aber angenehm stressfrei von A nach B kutschierte.
In Pretoria erwartete mich Marks Geburtstagsfeier, ein lange herbeiersehnter Abend mit Ueberraschung von David und Co (mit einer Retourkutsche fuer Davids Geburtstagsgeschenk auf unserem Vorbereitungsseminar in Luetzensoemmern...). Wir hatten viel Spass in der gegenueber von der Jungen WG gelegenen Taverne und tanzten bis in die grauen Morgenstunden.
TAG XV
Samstag auf der Heimfahrt im Taxi wurde mir aber auch bewusst, dass der Besuch meiner Liebsten auch das nahe Ende meines Suedafrikaabenteuers bedeuten wuerde, was mich widerum traurig stimmte. Allerdings nahm ich mir in diesem Moment auch ganz fest vor, meine letzten 3 Monate hier noch einmal besonders zu geniessen.
Es scheint aufzugehen, denn seit meiner Rueckkehr nach Luka haben sich viele Komplikationen aufgeloest, das Centre gewinnt jeden Tag mehr an Charme, die Kinder kommen zurueck, ich kann mit meiner groundBREAKER Position immer mehr anfangen, und und und!
EVENTS
Um einen kleinen Eindruck zu erhalten: Am Ankunftssamstag war im Centre die "Graduation" fuer die ex-groundBREAKER 2009. Es war richtig schoen und ruehrend und wir kamen erst spaet zurueck.
Am 27. April hatte ich fuer den suedafrikanischen FREEDOM DAY einen Fun Run For Freedom organisiert und trotz des schlechten Wetters gingen wir raus auf die Strasse, sangen und tanzten wie wild und hatten maechtig Spass! Anschliessend hatten wir im Team noch einige Reden, Gedichte und Gesangstuecke vorbereitet zum Thema
Heute am 1. Mai ist fuer Suedafrika nicht nur der Arbeitertag (wir hier bei loveLife arbeiten ja IMMER und an Feiertagen erst recht!), sondern vor Allem "40 Days Countdown To The WORLD CUP" und das nutzten wir natuerlich, um ein grosses Fussballevent zu starten! Obwohl mich fast mein ganzes Team im Stich liess - sie gingen alle zu einem Festival nach Tsitsing - war das heutige Event ein voller Erfolg! DJ LES am Mixpult, drei Jungs, die wir spontan als Schiris und Kommentatoren organisisert hatten, ich am Rumrennen und zwischendurch noch am "Diski Dance" (speziell fuer den WC2010 kreierter Gruppentanz) beibringen...
Und morgen geht es dann los nach Cape Town - eine Woche nur Yvonne und ich weit weg von Stress, Arbeit und Kindern. Es ist nun die 3. Woche die ich durchgearbeitet habe und bei Yvonne ist es noch mehr... ich glaube so eine Auszeit ist mal ganz gut :-)
Donnerstag, 29. April 2010
die ReiSA (Part III)
TAG VIII
Der Garden Route folgend, ging es vorbei an Knysna, mit einem Zwischenstopp im „Knysna Elephant Park“ kurz vor Plettenberg Bay. Dieser Park beherbergt an die 20 Elephanten und beitet diverse Programme an. Man kann eine begleitete Tour zu den Elephanten machen, mit der Moeglichkeit diese zu fuettern, zu streicheln und zu beobachten. Es gibt auch Sonnenuntergangstouren bei denen man auf den Elephanten durch den Park reitet und sogar das Angebot eine Nacht neben dem Elephantenstall zu schlafen (na ja, es riecht ja schon ziemlich penetrant, aber wer die Erfahrung mal gemacht haben moechte...). Wir machten erstere Tour mit und das Erlebnis neben einem Elephanten gestanden zu haben, seine raue und doch so zarte Haut beruehrt zu haben und die beruhigende Aura dieses faszinierenden Tieres eingeatmet zu haben, beeindruckte mich sehr. Unser Tourguide klemmte auch gleich an unserer Seite, erzaehlte uns alles moegliche zu seiner Karriere in der „Elephant Industry“, zu den Elephanten selber und was sonst noch so kam.
Am spaeten Nachmittag des „good friday“ (Karfreitag) erreichten wir das Bloukrans BP am Tsitsikamma National Park, gleich hinter der Storms Rivier Bridge, der hoechsten Bungeejumpingbruecke der Welt!
Dieses Backpackers stellte sich als Bungaloo- und Caravancamp heraus, schoen in der Natur gelegen... Schoen ja, aber wirklich in der Pampa und wir hatten nicht ans Self Catering gedacht. Da auch noch ein Feiertag, wurde das naechtliche Mahl eine heisse Angelegenheit, wobei das einzig offene Lokal im Hotelferienort Storms River, bestimmt 15 km weiter lag.
TAG IX
Ein unvergessliches Erlebnis ist auch der Tsitsikamma National Park, aufregend zwischen steilen Berghaengen und der wilden Steinkueste gelegen. Nach einem leckeren Fruehstueck mit einzigartigem Panorama auf dieses Naturspektakel gingen wir unsere 4-stuendige Otterer Trail Wandertour an. Durch Waldwege und ueber Felsenkliffen bahnten wir uns unseren Weg unserem Ziel, dem Wasserfall, entgegen. Es war aufregend und manchmal auch beaengstigend. Ein falscher Schritt koennte nicht nur eine dicke Beule bedeuten...
Der Wasserfall... aehaem... dazu jetzt nicht viel mehr, aber es war doch eher ein Rinnsal. Nichtsdesdotrotz war das Gefuehl dieses Gebiet eigenfuessig erklommen zu haben, grossartig! Und der Hoehepunkt unseres Ausflugs ereignete sich dann als wir schon wieder fast am Ausgangspunkt angekommen waren und nur eben auf dem Rasenzaun verweilten, um den Anblick der scheonen Landschaft noch etwas zu geniessen: Da entdeckten wir einen Schwarm von Delphinen gleich vor unserer Nase im Wasser herumtollen, mit den Wellen spielend sichtlich Spass daran habend. Es war das erste Mal, dass wir diese Tiere in der freien Wildbahn gesehen haben und es war ein so beglueckendes Erlebnis!
TAG X
Nach einer etwas laermenden Nacht, unsere Bungaloo Nachbarn hatten eine Party veranstaltet und die Mucke ganz gut aufgedreht, fuhren wir nach Port Elizabeth, den Endpunkt unserer suedlichen Suedafrikatour. Die Autorueckgabe war komplizierter, als gedacht, doch zum Glueck hatten wir viel Pufferzeit eingeplant gehabt und damit konnten wir alles gut schaffen. Ostersonntag, Feiertag, graues Wetter und die Stadt war wie ausgestorben. Einige Menschen, die zur Kirche eilten, ein Gottesdienst mit Lautsprechern durch die Fenster eines Hauses, ein paar Wachleute und KFC, der einzige noch offene Laden in der Hauptstrasse. In einem sehr heruntergekommenen Shop kauften wir noch etwas Wasser und Saefte fuer die Fahrt, wobei – aus Sicherheitsaspekten – der Kuehlschrank bei jedem Oeffnen einen grellen Sirenenton ausloeste... fuer Unentschiedene Kunden wirklich eine Qual!
Als wir dann endlich mit unseren 7 Sachen in der Shosholoza-Meyl sassen, war das Aufatmen gross. Unser Kellner war mal wieder ein verrueckter Kautz, der mehrere Male die Essensbestellung aendern musste, sich dann wieder vergewissern wollte und uns am Ende 2 Stunden mit knurrenden Baeuchen sehnsuechtig warten liess.
Die Fahrt ging dann eigentlich ganz gemaechlich von dannen, wir schliefen und nach einem, untypisch fuer suedafrikanische Verhaeltnisse, ungesuessten loeslichen Kaffee am naechsten Morgen, waren wir dann auch schon gegen 10 AM in Johannesburg angekommen. Dort hatten wir noch mal Glueck im Unglueck, da die Autovermietungen alle geschlossen hatten, ein Mitarbeiter von AVIS uns dann aber doch weiterhelfen konnte.
Diesmal im beigen Wagen ging unsere Reise direkt nach Rustenburg weiter. Unsere Unterkunft in Kroondal gefiel usn richtig gut und haette es nicht geregnet, waere der Garten und die suesse Anlage bestimmt schoen zum Entspannen gewesen. Aber auch so erfreuten wir uns an unseren Raeumen mit eigenen Baedern, Fernsehen, Tee,...
In der Waterfall Mall in Rustenburg assen wir unser erstes Mal an diesem Tag, kauften noch etwas Kuchen und Milch ein und fuhren dann am Nachmittag mit den Mitbringseln und Suessies nach Luka. Es war so witzig die beiden Familien aufeinandertreffen zu sehen, auch wenn leider die Healfte meiner suedafrikanischen Familienmitglieder nicht anwesend waren – Ferien bei den Eltern, Arbeit. Wenn wir wahrscheinlich bei gutem Wetter auf der Terasse gesessen haetten, tummelten wir uns nun waehrend des Unwetters in der kleinen Kueche, tranken Tee und assen Schokoladenkuchen im Scheine des Kerzenlichts, die Elektrizitaet war mal wieder ausgefallen.
TAG XI
Bevor wir zurueck nach Johannesburg fuhren, besuchten wir gemeinsam noch den Stolz loveLifes, das Bafokeng Y- Centre in Luka. Der Empfang war freudig aufgeregt und die Stimmung war toll. Milena, Dorothea und Martin bekamen dann auch noch je ein lL T-Shirt und eine lL Squeeze Bottle als Erinnerungsgeschenk von Yvonne.
Ein kleiner Rundgang im Rustenburg Zentrum lag mir auch noch am Herzen, da die Mall doch eher die „upper class“ beherbergt, die den Ostermontag damit verbringt, durch die Laeden zu schlendern, ein Steak zu essen und vielleicht ins Kino zu gehen. Das Zentrum hingegen ist von Africanern besiedelt, die Geschaefte sind die gleichen Ketten, wie in der Mall, aber sichtbar heruntergekommener und der Baustil Rustenburgs laesst ja sowieso zu wuenschen uebrig, es ist schon eine ziemlich haessliche Stadt. Begeisterung oder Mitleid (beides irgendwie) riefen die Taxis auf, mit denen sich hier die africanische Bevoelkerung + ich von Ort zu Ort bewegt. Besonders im Sommer sind sie eng, heiss und stickig und groesster Schrecken sind die „africanischen Frauen“, wobei ich mich nur auf die Figur beziehe: Je groesser der Hintern, desto weniger Platz bleibt dem Sitznachbarn Aber das ist alles reinste Gewoehnungssache.
Johannesburg und Auto... uhlala. Gar keine so softe Angelegenheit, doch wir schafften es dann doch ganz gut unsere letzte Herberge zu finden.
Und mal wieder wurden wir auf die Probe gestellt. In etlichen Internetportalen und beiden unserer Stadtfuehrer gelobt, war das Gemini BP ein Graus: Umbau, Geruempel, Stinkestinke,... Waehrend wir in Cape Town noch eine Nacht brauchten, um dem fuer uns unpassenden BP den Ruecken zu kehren, waren wir nun schon geschulter und handelten sofort. Nach einigen Telephonaten konnte ich uns im „Don Suite Hotel“ (die erste nur von Africanern gefuehrte Hotelkette) eine Unterkunft sichern. Wir wussten nicht, was uns erwarten wuerde, doch besser als das vorherige konnte es ja nur sein. Wir wurden positiv ueberrascht. Als wir die Tuer zu unserem Reich oeffneten, erwartete uns eine gemuetliche Suite mit Kuechenzeile, Arbeitsecke, Wohnzimmer mit Tisch, Sofas und Fernsehen und Schlafzimmer. Wir waren voellig aus dem Haeuschen und unsere Stimmung stieg betraechtlich. Hungrig aber erleichtert gingen wir dann in die um die Ecke gelegene Rosebank Mall, ein angenehmes Oertchen im sonst so hektisch treibenden Johannesburg.
TAG XII
Um Johannesburg etwas besser kennenzulernen, fuhren wir mit dem Auto nach Newtown ins Zentrum der Stadt. Wir parkten auf dem Parkplatz des Afrika Museums, das noch verwirrender und langweiliger als das in Cape Town war. Es gab keinerlei Struktur, Ausstellungsstuecke standen nur verloren in der Gegend rum ohne jegliche Bezuege oder Erklaerungen und der Teil zur Wahrheits- und Versoehnungskomission war auch im Umbau. Enttaeuschend.
Weiter ging es von dort zu Fuss durch die Innenstadt: MaChinas, Somalis, Inder und Pakistani mit ihren Shops, tausendmal die gleichen Decken zum Verkauf. Ein Ladenbezitzer wies uns darauf hin, immer in der Gruppe zu bleiben, unsere Taschen vorne zu tragen und nicht wie Touristen zu wirken... na ja, etwas kompliziert als einzige Weissnasen in der Gegend. Wir kamen zum Carlton Centre, wo man zum Africa Panorama mit dem Fahrstuhl in den 50. Stock hochfahren kann und eine gute Aussicht ueber Joburg und Umgebung hat. Am Ticketschalter war der Hinweis, man solle nicht eher gehen, bevor man ein Ticket ausgedruckt bekommen haette, doch die unfaehige Dame am Schalter erklaerte uns nach einem stressigen Geldwechselgerangel, dass die Druckmaschine kaputt sei. Dann halt doch ohne Ticket hoch. Interessierte aber auch niemanden weiter.
Der tag verlief auch weiterhin nicht so berauschend. Wir hatten die Idee eine spezielle Galerie in der Uni von Witwatersrand zu besuchen. Zunaechst afnden wir den richtigen Eingang nicht, dann musste Martin seinen Pass vorzeigen und seine Unterschrift geben. Durch eine staehlerne Drehtuer gelangten wir in das komplexe Unigebilde und ab in den Fahrstuhl, wir sollten ins Basement I fahren. Ja, aber wo ist das blos? Als der Aufzug sich immer wieder mit neuen Gaesten belud und wir nie an einem Basement I vorbeikamen, fragte ich eine unserer Mitfahrerinnen. „Oha, okay, now listen. You have to go to the ground floor, then the steps up, to your right, turn 145% to north-west...” Na ja, uebertrieben, aber ich verstand mehr oder weniger Bahnhof. Nach einer komplizierten Prozedur fanden wir dann eeeendlich die Galerie. Schade eigentlich, haette uns ja vielleicht auch schon jemand am Eingang sagen koennen. Doch damit war unser Uniausflug noch nicht beendet, denn der Weg ins Jenseits, also Ausseits, also nach draussen halt, war mindestens so verrueckt wie in die andere Richtung: Eine Tuer geoeffnet, geschlossen und wir stecken im Irgendwo fest, eine Dame um das Oeffnen der Tuere gebeten, diese laesst uns am anderen Ende raus, dort wollen wir durch das Gatter nach draussen, doch der Wachmann macht erstmal eine kleine Frage-Antwort-Runde mit uns durch: Wo wir herkaemen – Aus der Uni die Galerie besuchen –, Wo wir hinwollten – nach draussen –, Wie wir hier hergekommen seien – Mit dem Auto –, Wo wir das Auto gelassen haetten – Na da doch –, Tjotjotjo, ok you can pass and good luck for your car *haha*!
P.S. Das Auto war noch da! Puh!
TAG XIII
Wir nahmen uns den ganzen Tag, um das Apartheidsmuseum zu besuchen. Und das war eine gute Entscheidung, denn das Museum hat einiges zu bieten, viel zum Lesen, viel zum Scahuen, viel zum Hoeren und besonders viel zum Denken. Wir waren uns einheitlich einig darueber, dass sich Johannesburg doch gelohnt haette, das Museum hat uns wirklich beeindruckt und beruehrt.
Besonders mir wurde bewusst, wie krass es ist, dass ich hier in Suedafrika als Weisse in einer von nur Schwarzen bewohnten Gegend leben kann, mit Freude empfangen wurde, wie eine Schwester aufgenommen und behandelt werde. Nach Allem was passierte. Natuerlich, ich persoenlich hatte mit der Apartheidsgeschichte ja gar nichts zu tun und trotzdem sitzen solche Wunden ja tief. Man denke an den zweiten Weltkrieg und seine Folgen, die Mauer und Spaltung Europas. Solche Einschnitte sind nicht einfach zuzukleben und trotzdem muss es auch weitergehen.
Bei allen Vorbehalten gegenueber des Weltwaerts Programmes, den Problematiken und Fragen, die es hervorruft, empfinde ich es (nur aus meiner Sicht und auf mich bezogen) als eine riesen Bereicherung. Zwei sonst so ferne Kulturkreise lernen sich auf langem Zeitraum kennen, wir lernen uns besser zu verstehen, andere Verhaltensweisen zu akzeptieren oder besser nachvollziehen zu koennen und besonders wird deutlich, dass usnere hautfarbe reine Pigmentangelegenheit ist und wir am Ende alle Menschen mit Sehnsuechten, Freuden, Vorlieben und Wuenschen sind. Ubuntu. Motho ke motho ka batho. (Ein Mensch ist ein Mensch durch andere Menschen). Wie wahr und doch oft so missbraucht.
TAG XIV
Der Abflugtag. Von dem Achterbahngekreische aus Joburgs Vergnuegungspark am Vortag angelockt, gingen wir am Freitag nach „Gold Reef City“ (neben dem Apartheidsmuseum gelegen). Das erste Mal ueberhaupt, dass wir als Familie so ein Karussellkabinett zusammen besuchten, das erste Mal, dass Milena in den Genuss einer Doppellooping- Schrauben- Kopfueber-Achterbahn kam. Nach anfaenglichem Zoegern mussten wir uns diesen Spass dann auch gleich zwei Mal antun, doch nach dem vierten oder fuenften Lunapark-Geraet riet uns unsere Schnecke (die ist im Innenohr fuer das Kreislaufsystem zustaendig) zur Ruhe, besonders da mein Schwesterchen ja noch einen 12-stuendigen Flug vor sich hatte. Euphorisiert traten wir dann gegen 15 Uhr die fahrt zum Flughafen Johannesburg an, der seltsamerweise nirgendwo ausgeschildert war... and the World Cup is only around the corner.
Der Garden Route folgend, ging es vorbei an Knysna, mit einem Zwischenstopp im „Knysna Elephant Park“ kurz vor Plettenberg Bay. Dieser Park beherbergt an die 20 Elephanten und beitet diverse Programme an. Man kann eine begleitete Tour zu den Elephanten machen, mit der Moeglichkeit diese zu fuettern, zu streicheln und zu beobachten. Es gibt auch Sonnenuntergangstouren bei denen man auf den Elephanten durch den Park reitet und sogar das Angebot eine Nacht neben dem Elephantenstall zu schlafen (na ja, es riecht ja schon ziemlich penetrant, aber wer die Erfahrung mal gemacht haben moechte...). Wir machten erstere Tour mit und das Erlebnis neben einem Elephanten gestanden zu haben, seine raue und doch so zarte Haut beruehrt zu haben und die beruhigende Aura dieses faszinierenden Tieres eingeatmet zu haben, beeindruckte mich sehr. Unser Tourguide klemmte auch gleich an unserer Seite, erzaehlte uns alles moegliche zu seiner Karriere in der „Elephant Industry“, zu den Elephanten selber und was sonst noch so kam.
Am spaeten Nachmittag des „good friday“ (Karfreitag) erreichten wir das Bloukrans BP am Tsitsikamma National Park, gleich hinter der Storms Rivier Bridge, der hoechsten Bungeejumpingbruecke der Welt!
Dieses Backpackers stellte sich als Bungaloo- und Caravancamp heraus, schoen in der Natur gelegen... Schoen ja, aber wirklich in der Pampa und wir hatten nicht ans Self Catering gedacht. Da auch noch ein Feiertag, wurde das naechtliche Mahl eine heisse Angelegenheit, wobei das einzig offene Lokal im Hotelferienort Storms River, bestimmt 15 km weiter lag.
TAG IX
Ein unvergessliches Erlebnis ist auch der Tsitsikamma National Park, aufregend zwischen steilen Berghaengen und der wilden Steinkueste gelegen. Nach einem leckeren Fruehstueck mit einzigartigem Panorama auf dieses Naturspektakel gingen wir unsere 4-stuendige Otterer Trail Wandertour an. Durch Waldwege und ueber Felsenkliffen bahnten wir uns unseren Weg unserem Ziel, dem Wasserfall, entgegen. Es war aufregend und manchmal auch beaengstigend. Ein falscher Schritt koennte nicht nur eine dicke Beule bedeuten...
Der Wasserfall... aehaem... dazu jetzt nicht viel mehr, aber es war doch eher ein Rinnsal. Nichtsdesdotrotz war das Gefuehl dieses Gebiet eigenfuessig erklommen zu haben, grossartig! Und der Hoehepunkt unseres Ausflugs ereignete sich dann als wir schon wieder fast am Ausgangspunkt angekommen waren und nur eben auf dem Rasenzaun verweilten, um den Anblick der scheonen Landschaft noch etwas zu geniessen: Da entdeckten wir einen Schwarm von Delphinen gleich vor unserer Nase im Wasser herumtollen, mit den Wellen spielend sichtlich Spass daran habend. Es war das erste Mal, dass wir diese Tiere in der freien Wildbahn gesehen haben und es war ein so beglueckendes Erlebnis!
TAG X
Nach einer etwas laermenden Nacht, unsere Bungaloo Nachbarn hatten eine Party veranstaltet und die Mucke ganz gut aufgedreht, fuhren wir nach Port Elizabeth, den Endpunkt unserer suedlichen Suedafrikatour. Die Autorueckgabe war komplizierter, als gedacht, doch zum Glueck hatten wir viel Pufferzeit eingeplant gehabt und damit konnten wir alles gut schaffen. Ostersonntag, Feiertag, graues Wetter und die Stadt war wie ausgestorben. Einige Menschen, die zur Kirche eilten, ein Gottesdienst mit Lautsprechern durch die Fenster eines Hauses, ein paar Wachleute und KFC, der einzige noch offene Laden in der Hauptstrasse. In einem sehr heruntergekommenen Shop kauften wir noch etwas Wasser und Saefte fuer die Fahrt, wobei – aus Sicherheitsaspekten – der Kuehlschrank bei jedem Oeffnen einen grellen Sirenenton ausloeste... fuer Unentschiedene Kunden wirklich eine Qual!
Als wir dann endlich mit unseren 7 Sachen in der Shosholoza-Meyl sassen, war das Aufatmen gross. Unser Kellner war mal wieder ein verrueckter Kautz, der mehrere Male die Essensbestellung aendern musste, sich dann wieder vergewissern wollte und uns am Ende 2 Stunden mit knurrenden Baeuchen sehnsuechtig warten liess.
Die Fahrt ging dann eigentlich ganz gemaechlich von dannen, wir schliefen und nach einem, untypisch fuer suedafrikanische Verhaeltnisse, ungesuessten loeslichen Kaffee am naechsten Morgen, waren wir dann auch schon gegen 10 AM in Johannesburg angekommen. Dort hatten wir noch mal Glueck im Unglueck, da die Autovermietungen alle geschlossen hatten, ein Mitarbeiter von AVIS uns dann aber doch weiterhelfen konnte.
Diesmal im beigen Wagen ging unsere Reise direkt nach Rustenburg weiter. Unsere Unterkunft in Kroondal gefiel usn richtig gut und haette es nicht geregnet, waere der Garten und die suesse Anlage bestimmt schoen zum Entspannen gewesen. Aber auch so erfreuten wir uns an unseren Raeumen mit eigenen Baedern, Fernsehen, Tee,...
In der Waterfall Mall in Rustenburg assen wir unser erstes Mal an diesem Tag, kauften noch etwas Kuchen und Milch ein und fuhren dann am Nachmittag mit den Mitbringseln und Suessies nach Luka. Es war so witzig die beiden Familien aufeinandertreffen zu sehen, auch wenn leider die Healfte meiner suedafrikanischen Familienmitglieder nicht anwesend waren – Ferien bei den Eltern, Arbeit. Wenn wir wahrscheinlich bei gutem Wetter auf der Terasse gesessen haetten, tummelten wir uns nun waehrend des Unwetters in der kleinen Kueche, tranken Tee und assen Schokoladenkuchen im Scheine des Kerzenlichts, die Elektrizitaet war mal wieder ausgefallen.
TAG XI
Bevor wir zurueck nach Johannesburg fuhren, besuchten wir gemeinsam noch den Stolz loveLifes, das Bafokeng Y- Centre in Luka. Der Empfang war freudig aufgeregt und die Stimmung war toll. Milena, Dorothea und Martin bekamen dann auch noch je ein lL T-Shirt und eine lL Squeeze Bottle als Erinnerungsgeschenk von Yvonne.
Ein kleiner Rundgang im Rustenburg Zentrum lag mir auch noch am Herzen, da die Mall doch eher die „upper class“ beherbergt, die den Ostermontag damit verbringt, durch die Laeden zu schlendern, ein Steak zu essen und vielleicht ins Kino zu gehen. Das Zentrum hingegen ist von Africanern besiedelt, die Geschaefte sind die gleichen Ketten, wie in der Mall, aber sichtbar heruntergekommener und der Baustil Rustenburgs laesst ja sowieso zu wuenschen uebrig, es ist schon eine ziemlich haessliche Stadt. Begeisterung oder Mitleid (beides irgendwie) riefen die Taxis auf, mit denen sich hier die africanische Bevoelkerung + ich von Ort zu Ort bewegt. Besonders im Sommer sind sie eng, heiss und stickig und groesster Schrecken sind die „africanischen Frauen“, wobei ich mich nur auf die Figur beziehe: Je groesser der Hintern, desto weniger Platz bleibt dem Sitznachbarn Aber das ist alles reinste Gewoehnungssache.
Johannesburg und Auto... uhlala. Gar keine so softe Angelegenheit, doch wir schafften es dann doch ganz gut unsere letzte Herberge zu finden.
Und mal wieder wurden wir auf die Probe gestellt. In etlichen Internetportalen und beiden unserer Stadtfuehrer gelobt, war das Gemini BP ein Graus: Umbau, Geruempel, Stinkestinke,... Waehrend wir in Cape Town noch eine Nacht brauchten, um dem fuer uns unpassenden BP den Ruecken zu kehren, waren wir nun schon geschulter und handelten sofort. Nach einigen Telephonaten konnte ich uns im „Don Suite Hotel“ (die erste nur von Africanern gefuehrte Hotelkette) eine Unterkunft sichern. Wir wussten nicht, was uns erwarten wuerde, doch besser als das vorherige konnte es ja nur sein. Wir wurden positiv ueberrascht. Als wir die Tuer zu unserem Reich oeffneten, erwartete uns eine gemuetliche Suite mit Kuechenzeile, Arbeitsecke, Wohnzimmer mit Tisch, Sofas und Fernsehen und Schlafzimmer. Wir waren voellig aus dem Haeuschen und unsere Stimmung stieg betraechtlich. Hungrig aber erleichtert gingen wir dann in die um die Ecke gelegene Rosebank Mall, ein angenehmes Oertchen im sonst so hektisch treibenden Johannesburg.
TAG XII
Um Johannesburg etwas besser kennenzulernen, fuhren wir mit dem Auto nach Newtown ins Zentrum der Stadt. Wir parkten auf dem Parkplatz des Afrika Museums, das noch verwirrender und langweiliger als das in Cape Town war. Es gab keinerlei Struktur, Ausstellungsstuecke standen nur verloren in der Gegend rum ohne jegliche Bezuege oder Erklaerungen und der Teil zur Wahrheits- und Versoehnungskomission war auch im Umbau. Enttaeuschend.
Weiter ging es von dort zu Fuss durch die Innenstadt: MaChinas, Somalis, Inder und Pakistani mit ihren Shops, tausendmal die gleichen Decken zum Verkauf. Ein Ladenbezitzer wies uns darauf hin, immer in der Gruppe zu bleiben, unsere Taschen vorne zu tragen und nicht wie Touristen zu wirken... na ja, etwas kompliziert als einzige Weissnasen in der Gegend. Wir kamen zum Carlton Centre, wo man zum Africa Panorama mit dem Fahrstuhl in den 50. Stock hochfahren kann und eine gute Aussicht ueber Joburg und Umgebung hat. Am Ticketschalter war der Hinweis, man solle nicht eher gehen, bevor man ein Ticket ausgedruckt bekommen haette, doch die unfaehige Dame am Schalter erklaerte uns nach einem stressigen Geldwechselgerangel, dass die Druckmaschine kaputt sei. Dann halt doch ohne Ticket hoch. Interessierte aber auch niemanden weiter.
Der tag verlief auch weiterhin nicht so berauschend. Wir hatten die Idee eine spezielle Galerie in der Uni von Witwatersrand zu besuchen. Zunaechst afnden wir den richtigen Eingang nicht, dann musste Martin seinen Pass vorzeigen und seine Unterschrift geben. Durch eine staehlerne Drehtuer gelangten wir in das komplexe Unigebilde und ab in den Fahrstuhl, wir sollten ins Basement I fahren. Ja, aber wo ist das blos? Als der Aufzug sich immer wieder mit neuen Gaesten belud und wir nie an einem Basement I vorbeikamen, fragte ich eine unserer Mitfahrerinnen. „Oha, okay, now listen. You have to go to the ground floor, then the steps up, to your right, turn 145% to north-west...” Na ja, uebertrieben, aber ich verstand mehr oder weniger Bahnhof. Nach einer komplizierten Prozedur fanden wir dann eeeendlich die Galerie
P.S. Das Auto war noch da! Puh!
TAG XIII
Wir nahmen uns den ganzen Tag, um das Apartheidsmuseum zu besuchen. Und das war eine gute Entscheidung, denn das Museum hat einiges zu bieten, viel zum Lesen, viel zum Scahuen, viel zum Hoeren und besonders viel zum Denken. Wir waren uns einheitlich einig darueber, dass sich Johannesburg doch gelohnt haette, das Museum hat uns wirklich beeindruckt und beruehrt.
Besonders mir wurde bewusst, wie krass es ist, dass ich hier in Suedafrika als Weisse in einer von nur Schwarzen bewohnten Gegend leben kann, mit Freude empfangen wurde, wie eine Schwester aufgenommen und behandelt werde. Nach Allem was passierte. Natuerlich, ich persoenlich hatte mit der Apartheidsgeschichte ja gar nichts zu tun und trotzdem sitzen solche Wunden ja tief. Man denke an den zweiten Weltkrieg und seine Folgen, die Mauer und Spaltung Europas. Solche Einschnitte sind nicht einfach zuzukleben und trotzdem muss es auch weitergehen.
Bei allen Vorbehalten gegenueber des Weltwaerts Programmes, den Problematiken und Fragen, die es hervorruft, empfinde ich es (nur aus meiner Sicht und auf mich bezogen) als eine riesen Bereicherung. Zwei sonst so ferne Kulturkreise lernen sich auf langem Zeitraum kennen, wir lernen uns besser zu verstehen, andere Verhaltensweisen zu akzeptieren oder besser nachvollziehen zu koennen und besonders wird deutlich, dass usnere hautfarbe reine Pigmentangelegenheit ist und wir am Ende alle Menschen mit Sehnsuechten, Freuden, Vorlieben und Wuenschen sind. Ubuntu. Motho ke motho ka batho. (Ein Mensch ist ein Mensch durch andere Menschen). Wie wahr und doch oft so missbraucht.
TAG XIV
Der Abflugtag. Von dem Achterbahngekreische aus Joburgs Vergnuegungspark am Vortag angelockt, gingen wir am Freitag nach „Gold Reef City“ (neben dem Apartheidsmuseum gelegen). Das erste Mal ueberhaupt, dass wir als Familie so ein Karussellkabinett zusammen besuchten, das erste Mal, dass Milena in den Genuss einer Doppellooping- Schrauben- Kopfueber-Achterbahn kam. Nach anfaenglichem Zoegern mussten wir uns diesen Spass dann auch gleich zwei Mal antun, doch nach dem vierten oder fuenften Lunapark-Geraet riet uns unsere Schnecke (die ist im Innenohr fuer das Kreislaufsystem zustaendig) zur Ruhe, besonders da mein Schwesterchen ja noch einen 12-stuendigen Flug vor sich hatte. Euphorisiert traten wir dann gegen 15 Uhr die fahrt zum Flughafen Johannesburg an, der seltsamerweise nirgendwo ausgeschildert war... and the World Cup is only around the corner.
Donnerstag, 22. April 2010
die ReiSA (Part II)
TAG VI
Unsere Reise ging im Renault Logan (ein ziemlich oedes Auto mit relativ wenig Platz und kaum Zugkraft) nach Stellebosch in das bekannte suedafrikanische Weingebiet weiter. Aus einer sehr langen Liste von Wine Estates suchten wir uns zwei heraus, wo wir im Laufe des Nachmittages Weinverkostungen machen wollten.
Die erste Weinfarm, die wir aufsuchten, „Peter Falke“ (ja genau, der Strumpfhosenmann), war sehr einladend und gemuetlich gestaltet, man konnte draussen auf Sofas unter einem Sonnenschutz sitzen oder sich auf einen der bequemen Sandsaecke flaetzen. Die Weine waren zwar nicht so der Renner, aber das Anwesen sehr zu geniessen.
Weiter fuhren wir zum Nethlingshof, wo uns eine suesse, etwas unsichere junge Frau bediente. Man konnte ihr anmerken, dass ihr die Weinbeschreibungen: „ja, it’s a very spicy wine with a plummy taste. U can drink it with red meat , ja, aeh, and it’s very spicy...“ sehr spanisch vorkamen. Die Anlage des Weinguts war zwar nicht so entspannt wie erstere, dafuer gab es hier aber einige sehr gute Weine zu kosten und das Ausspucken fiel mir deutlich schwerer.
Frohen Mutes fuhren wir zurueck ins Staedtchen und suchten uns beim Spaziergang schon ein nettes Restaurant fuer den Abend aus. Es sollte sich als absoluten Gluecksgriff erweisen, denn das „BIG EASY“ in Stellenbosch auf der Dorpstreet war Genuss pur: Hausgemachtes Brot und Butter, feinste Saucen, zartes Lamm, wuerziges Curry, ... Wir waren einfach nur hingerissen und erfreuten uns an den Gaumenfreuden.
TAG VII
Am siebsten Tage ging unsere Reise weiter Richtung Osten nach Mossel Bay, ein Ort am Indischen Ozean. Waehrend der Strand sehr suess anmutete, beruehrte uns die Stadt seltsam. Die Apartheid war irgendwie noch ganz stark zu spueren, nach Ladenschluss waren keine Africaner mehr zu sehen, sie waren wohl alle ins Township gefahren und zurueck blieb nur eine recht ausgestorbene Innenstadt. Auch das „Fisherman’s King“, wo wir noch ein letztes Mal frischen Fisch zu geniessen hofften, war eine grosse Enttaeuschung. Zudem fuehlten wir uns in der Gaststeatte und unter den Lokalgaesten ueberhaupt nicht wohl, die Athmospheare empfand ich als unangenehm „pifke“ (so wuerd ich das nennen).
Unsere Reise ging im Renault Logan (ein ziemlich oedes Auto mit relativ wenig Platz und kaum Zugkraft) nach Stellebosch in das bekannte suedafrikanische Weingebiet weiter. Aus einer sehr langen Liste von Wine Estates suchten wir uns zwei heraus, wo wir im Laufe des Nachmittages Weinverkostungen machen wollten.
Die erste Weinfarm, die wir aufsuchten, „Peter Falke“ (ja genau, der Strumpfhosenmann), war sehr einladend und gemuetlich gestaltet, man konnte draussen auf Sofas unter einem Sonnenschutz sitzen oder sich auf einen der bequemen Sandsaecke flaetzen. Die Weine waren zwar nicht so der Renner, aber das Anwesen sehr zu geniessen.
Weiter fuhren wir zum Nethlingshof, wo uns eine suesse, etwas unsichere junge Frau bediente. Man konnte ihr anmerken, dass ihr die Weinbeschreibungen: „ja, it’s a very spicy wine with a plummy taste. U can drink it with red meat , ja, aeh, and it’s very spicy...“ sehr spanisch vorkamen. Die Anlage des Weinguts war zwar nicht so entspannt wie erstere, dafuer gab es hier aber einige sehr gute Weine zu kosten und das Ausspucken fiel mir deutlich schwerer.
Frohen Mutes fuhren wir zurueck ins Staedtchen und suchten uns beim Spaziergang schon ein nettes Restaurant fuer den Abend aus. Es sollte sich als absoluten Gluecksgriff erweisen, denn das „BIG EASY“ in Stellenbosch auf der Dorpstreet war Genuss pur: Hausgemachtes Brot und Butter, feinste Saucen, zartes Lamm, wuerziges Curry, ... Wir waren einfach nur hingerissen und erfreuten uns an den Gaumenfreuden.
TAG VII
Am siebsten Tage ging unsere Reise weiter Richtung Osten nach Mossel Bay, ein Ort am Indischen Ozean. Waehrend der Strand sehr suess anmutete, beruehrte uns die Stadt seltsam. Die Apartheid war irgendwie noch ganz stark zu spueren, nach Ladenschluss waren keine Africaner mehr zu sehen, sie waren wohl alle ins Township gefahren und zurueck blieb nur eine recht ausgestorbene Innenstadt. Auch das „Fisherman’s King“, wo wir noch ein letztes Mal frischen Fisch zu geniessen hofften, war eine grosse Enttaeuschung. Zudem fuehlten wir uns in der Gaststeatte und unter den Lokalgaesten ueberhaupt nicht wohl, die Athmospheare empfand ich als unangenehm „pifke“ (so wuerd ich das nennen).
die ReiSA (Part I)
Und auch hier ist natuerlich wieder viel passiert mit zwei Wochen Osterferien vom Feinsten!
TAG I
Die Reise begann fuer mich am Freitag, den 26. Maerz, als ich mit am Abend zuvor gepackten Trolli gegen 15 Uhr das Y- Centre in Luka mit dem Taxi nach Rustenburg verlies. Dort stieg ich in mein Anschlusstaxi nach Pretoria, wo ich lieberweise in der JungenWG von Mark und Mbatjiua fuer eine Nacht unterkommen konnte. Abgeholt, Abendessen eingekauft und Heim gefahren, hatten wir einen sehr gechillten „Dachabend“ zu viert.
TAG II
Am naechsten Morgen hatte ich dann auch noch das Glueck von den Herren mit dem Auto zum Flughafen gebracht zu werden, was die ganze Geschichte doch schon um einiges erleichterte, da die Taxifahrt von Pretoria zum Intrenational Airport O.R. Tambo bei Johannesburg doch eine ziemlich komplizierte Angelegenheit darstellt, mit diversen Umsteigeaktionen an fuer mich unbekannten Orten. Perfekt um 11 Uhr (also eine Stunde vor Abflug) erreichte ich die Check-In-Halle und waehrend ich noch auf der grossen Leinwand ungeduldig nach dem richtigen Schalter suchte, kam auch schon Martin auf mich zugerannt. Strahlend, mit Traenen in den Augen und auch ausgelaugt von der langen Reise fielen wir uns alle in die Arme- auf diesen Moment hatte ich so lange gewartet und dann war er einfach so da... sehr surreal.
So ging es dann gemeinsam durch die Sicherheitskontrolle und ins Flugzeug nach Cape Town, wo wir auch gleich ein Auto fuer die kommende Woche mieteten.
Die Ankunft in unserem Backpackers war leider etwas ernuechternd, da es sich bei unserem vorher gebuchten „Viererzimmer“ um ein Durchgangszimmer (zu zwei weiteren Schlafstaetten) mit 5 Betten handelte. Irgendwie alles nicht so prall, weshalb wir drei Frauen am Abend noch mal loszogen, um eine andere Unterkunft ausfindig zu machen. Dank Milenas Persistenz riefen wir letzten Endes dann doch noch im Ashanti Backpackers an, das uns ein Viererzimmer im ruhig gelegenen Guesthouse anbieten konnte. So konnten wir am naechsten Tag gluecklicherweise in unsere schoene, neue Unterkunft umziehen.
TAG III
Unseren ersten richtigen Tag in Cape Town nutzten wir fuer eine der bekannten Hop-on-Hop-off- Stadttouren, die einen auf Deck eines roten Doppeldeckerbusses zu allen wichtigen Punkten bringt. Wo immer es beliebt, kann man off-hoppen und spaeter wieder in einen der naechsten Busse einsteigen. So machten wir erst eine Allround-Tour, stiegen dann bei der Waterfront aus, nahmen einen kleinen Snack zu uns und liefen sogar noch einer anderen WW-Freiwilligen mit ihren Eltern ueber den Weg. Da sich der Himmel und vor allem der Tafelberg ploetzlich frei von Wolken befanden, schlug ich vor, diese Gelegenheit beim Schopf zu packen und die Seilfahrt auf den Tafelberg anzutreten.
Von oben hatten wir eine wunderbare Sicht ueber Cape Town, das von der Ferne zwar keine Idylle darstellt (alle Baustile sind wild gemixt und es bietet sich kein zusammenpassendes Stadtbild) und trotzdem mit dem Hafen, Robben Island, dem Atlantischen Ozean auf der einen und den Bergketten auf der anderen Seite eine ganz einzigartige Atmosphaere erzeugt. Die Touristenmassen sind natuerlich auszublenden.
Abends gingen wir in der Kloof Street Seafood essen.
TAG IV
Um das typische Touristenprogramm abzurunden, waren natuerlich Cape Point und das Cape Of Good Hope am naechsten Tag auf unserem Plan. Schon auf der Fahrt zur Destination kamen wir an wunderschoenen Klippen, faszinierend blauen Buchten und etlichen „beware of the baboons“ Schildern vorbei.
Um zum Kap zu gelangen, muss man zunaechst den Eintritt in das Naturschutzgebiet erwerben, wo man dann irgendwann auf einem ueberfuellten Parkplatz angelangt. Dort koennen sich die Gaeste entscheiden, ob sie die letzte kleine Etappe auch noch mit dem Taxi bereisen, oder doch ihren Fuesse gebrauchen wollen. Den Treppen nach oben folgend kommt man auf eine Aussichtsplattform mit Leuchtturm, wo auch das Schild mit den Weltstaedten und zugehoerigen Entfernungen steht... Berlin 9574 km!
Ganz abenteuerlustige Besucher haben dann noch die Moeglichkeit, einen 15 Minutenmarsch anzutreten, um an die Spitze des Kappunktes zu kommen. Natuerlich waren wir um jede Bewegungsfreiheit dankbar und spazierten auf dem ploetzlich fast ausgestorbenen Pfad gen Cape Point. Eine uns entgegenkommende dreikoepfige Familie erzaehlte uns dann noch ganz stolz, sie haetten an den Klippen laut schnaufende Wale bemerkt, was uns erst verdutzte, da wir uns, usneres Wssens nach, fernab der Walzeit aufhielten, aber gut. Je naeher wir der Spitze kamen, desto klarer wurde uns, dass die armen Leute wohl das Rauschen und Klatschen des brandenenden Ozeanwassers mit den Tierlauten verwechselt haben mussten, denn von schnaufenden Walen war weit und breit keine Spur.
Trotzdem war die Aussicht herrlich, das Wetter war ausgezeichnet und mit dem Wissen, dass wir am (fast) suedlichsten Punkte Afrikas standen, hatte schon etwas sehr beeindruckendes. Um einige verwirrungen aufzuheben: Am Cape Point treffen nicht, wie oft behauptet, zwei der Weltmeere, sondern der Bengual- sowie der Agulhas- Strom aufeinander. Sie erzeugen eine interessante Mischung aus tropischem und arktischem Gewaesser, was sogar im Meeresbild wiederzusehen ist- vom Cape Pont aus kann man ein kosinusfoermiges, weisses Zeichen im Wasser erkennen, also genau die Linie, wo die beiden Stroeme sich vereinen. Atlantischer und Indischer Ozean kommen dann erst am Agulhas Point zusammen, der wirklich suedlichste Punkt Afrikas. So viel zum geografischen und ozeanologischen Hintergrund.
Natuerlich liessen wir uns im Anschluss das Cape Of Good Hope auch nicht entgehen, wo wir noch ein Erinnerungsfoto knipsen liessen. Bei aller Schoenheit muss ich sagen, dass ich trotzdem enttaeuscht war. Mir ist bewusst, dass ich auch ein Tourist und damit Teil des Impakts bin, doch diese eigentlich so naturbelassenen, faszinierenden Orte werden durch eine an Abfertigungshallen erinnernde Atmosphaere einfach ihres Zaubers beraubt. Es verlangt viel Konzentration und Ausblendungsvermoegen, um die Massen um sich herum zu vergessen und einfach nur zu geniessen.
Das Gleiche in fast noch extremeren Ausmassen trug sich dann in der Pinguinbucht zu, ein Ort der mich eigentlich aufgrund dieser witzigen Begebenheit –Pinguine, die in Suedafrika zuhause sind – interessiert haette. Doch schon am Parkplatz wurde uns schnell klar, dass dieses amuesante Naturphaenomen mal wieder zu touristischen Zwecken ausgenutzt wird: Zuerst muss man die Strasse zum Strand hinunterlaufen, wo einige Shops ihre Softdrinks und Eis verkaufen wollen, bis man an ein Gatter gelangt, das man nur im Tausch von bedruckten Scheinen oder gepraegten Muenzen passieren kann. Das war uns dann wirklich zu bloede und wir drehten um. Auf unserem Rueckweg trafen wir dann allerdings noch einen verirrten Pinguin, der sich verschreckt von den Menschenmassen in einem Strassenbusch zu verstecken suchte.
Erst jetzt im Nachhinein kann ich in meiner Erinnerung die Gewaltigkeit des Erlebten und Gesehenen wirklich verstehen und verarbeiten. Manchmal brauchen solche Eindruecke bei mir etwas Zeit, um wirklich anzukommen. Was mir aber immer wieder bewusst wird, wie wichtig es ist, die Natur zu respektieren, denn ihre Kraft und Schoenheit stehen weit ueber dem menschlichen Vermoegen.
TAG V
Den letzten Tag in CT verbrachten wir mit einem Besuch im etwas langweiligen Africa Museum (Relikte aus der Zeit der San), der vergeblichen Suche nach Levi’s Jeans (diese werden anscheinend dort produziert und sind somit guenstiger zu haben – allerdings muss man dafuer ins Outlet fahren, in der Innenstadt wird man sonst nicht fuendig – und einem entspannten Nachmittag im wunderschoenen, nach englischer Art angelegten Park in Gardens. Witzigerweise kamen wir noch an einer deutsch- franzoesischen Imbissbude vorbei, deren Besitzerin eine ehemalige fast- Nachbarin von uns ist – sie hat vor einigen Jahren nur zwei Strassen von uns weit entfernt gewohnt – kleine Welt!
Der letzte Abend ist aufgrund unserer Kellnerbegegnung Ian (ein sehr schottisch daherkommender Typ) nicht zu vergessen, wir hatten viel Spass und abschlusshalber noch mal lecker Seafood und Sushi!
TAG I
Die Reise begann fuer mich am Freitag, den 26. Maerz, als ich mit am Abend zuvor gepackten Trolli gegen 15 Uhr das Y- Centre in Luka mit dem Taxi nach Rustenburg verlies. Dort stieg ich in mein Anschlusstaxi nach Pretoria, wo ich lieberweise in der JungenWG von Mark und Mbatjiua fuer eine Nacht unterkommen konnte. Abgeholt, Abendessen eingekauft und Heim gefahren, hatten wir einen sehr gechillten „Dachabend“ zu viert.
TAG II
Am naechsten Morgen hatte ich dann auch noch das Glueck von den Herren mit dem Auto zum Flughafen gebracht zu werden, was die ganze Geschichte doch schon um einiges erleichterte, da die Taxifahrt von Pretoria zum Intrenational Airport O.R. Tambo bei Johannesburg doch eine ziemlich komplizierte Angelegenheit darstellt, mit diversen Umsteigeaktionen an fuer mich unbekannten Orten. Perfekt um 11 Uhr (also eine Stunde vor Abflug) erreichte ich die Check-In-Halle und waehrend ich noch auf der grossen Leinwand ungeduldig nach dem richtigen Schalter suchte, kam auch schon Martin auf mich zugerannt. Strahlend, mit Traenen in den Augen und auch ausgelaugt von der langen Reise fielen wir uns alle in die Arme- auf diesen Moment hatte ich so lange gewartet und dann war er einfach so da... sehr surreal.
So ging es dann gemeinsam durch die Sicherheitskontrolle und ins Flugzeug nach Cape Town, wo wir auch gleich ein Auto fuer die kommende Woche mieteten.
Die Ankunft in unserem Backpackers war leider etwas ernuechternd, da es sich bei unserem vorher gebuchten „Viererzimmer“ um ein Durchgangszimmer (zu zwei weiteren Schlafstaetten) mit 5 Betten handelte. Irgendwie alles nicht so prall, weshalb wir drei Frauen am Abend noch mal loszogen, um eine andere Unterkunft ausfindig zu machen. Dank Milenas Persistenz riefen wir letzten Endes dann doch noch im Ashanti Backpackers an, das uns ein Viererzimmer im ruhig gelegenen Guesthouse anbieten konnte. So konnten wir am naechsten Tag gluecklicherweise in unsere schoene, neue Unterkunft umziehen.
TAG III
Unseren ersten richtigen Tag in Cape Town nutzten wir fuer eine der bekannten Hop-on-Hop-off- Stadttouren, die einen auf Deck eines roten Doppeldeckerbusses zu allen wichtigen Punkten bringt. Wo immer es beliebt, kann man off-hoppen und spaeter wieder in einen der naechsten Busse einsteigen. So machten wir erst eine Allround-Tour, stiegen dann bei der Waterfront aus, nahmen einen kleinen Snack zu uns und liefen sogar noch einer anderen WW-Freiwilligen mit ihren Eltern ueber den Weg. Da sich der Himmel und vor allem der Tafelberg ploetzlich frei von Wolken befanden, schlug ich vor, diese Gelegenheit beim Schopf zu packen und die Seilfahrt auf den Tafelberg anzutreten.
Von oben hatten wir eine wunderbare Sicht ueber Cape Town, das von der Ferne zwar keine Idylle darstellt (alle Baustile sind wild gemixt und es bietet sich kein zusammenpassendes Stadtbild) und trotzdem mit dem Hafen, Robben Island, dem Atlantischen Ozean auf der einen und den Bergketten auf der anderen Seite eine ganz einzigartige Atmosphaere erzeugt. Die Touristenmassen sind natuerlich auszublenden.
Abends gingen wir in der Kloof Street Seafood essen.
TAG IV
Um das typische Touristenprogramm abzurunden, waren natuerlich Cape Point und das Cape Of Good Hope am naechsten Tag auf unserem Plan. Schon auf der Fahrt zur Destination kamen wir an wunderschoenen Klippen, faszinierend blauen Buchten und etlichen „beware of the baboons“ Schildern vorbei.
Um zum Kap zu gelangen, muss man zunaechst den Eintritt in das Naturschutzgebiet erwerben, wo man dann irgendwann auf einem ueberfuellten Parkplatz angelangt. Dort koennen sich die Gaeste entscheiden, ob sie die letzte kleine Etappe auch noch mit dem Taxi bereisen, oder doch ihren Fuesse gebrauchen wollen. Den Treppen nach oben folgend kommt man auf eine Aussichtsplattform mit Leuchtturm, wo auch das Schild mit den Weltstaedten und zugehoerigen Entfernungen steht... Berlin 9574 km!
Ganz abenteuerlustige Besucher haben dann noch die Moeglichkeit, einen 15 Minutenmarsch anzutreten, um an die Spitze des Kappunktes zu kommen. Natuerlich waren wir um jede Bewegungsfreiheit dankbar und spazierten auf dem ploetzlich fast ausgestorbenen Pfad gen Cape Point. Eine uns entgegenkommende dreikoepfige Familie erzaehlte uns dann noch ganz stolz, sie haetten an den Klippen laut schnaufende Wale bemerkt, was uns erst verdutzte, da wir uns, usneres Wssens nach, fernab der Walzeit aufhielten, aber gut. Je naeher wir der Spitze kamen, desto klarer wurde uns, dass die armen Leute wohl das Rauschen und Klatschen des brandenenden Ozeanwassers mit den Tierlauten verwechselt haben mussten, denn von schnaufenden Walen war weit und breit keine Spur.
Trotzdem war die Aussicht herrlich, das Wetter war ausgezeichnet und mit dem Wissen, dass wir am (fast) suedlichsten Punkte Afrikas standen, hatte schon etwas sehr beeindruckendes. Um einige verwirrungen aufzuheben: Am Cape Point treffen nicht, wie oft behauptet, zwei der Weltmeere, sondern der Bengual- sowie der Agulhas- Strom aufeinander. Sie erzeugen eine interessante Mischung aus tropischem und arktischem Gewaesser, was sogar im Meeresbild wiederzusehen ist- vom Cape Pont aus kann man ein kosinusfoermiges, weisses Zeichen im Wasser erkennen, also genau die Linie, wo die beiden Stroeme sich vereinen. Atlantischer und Indischer Ozean kommen dann erst am Agulhas Point zusammen, der wirklich suedlichste Punkt Afrikas. So viel zum geografischen und ozeanologischen Hintergrund.
Natuerlich liessen wir uns im Anschluss das Cape Of Good Hope auch nicht entgehen, wo wir noch ein Erinnerungsfoto knipsen liessen. Bei aller Schoenheit muss ich sagen, dass ich trotzdem enttaeuscht war. Mir ist bewusst, dass ich auch ein Tourist und damit Teil des Impakts bin, doch diese eigentlich so naturbelassenen, faszinierenden Orte werden durch eine an Abfertigungshallen erinnernde Atmosphaere einfach ihres Zaubers beraubt. Es verlangt viel Konzentration und Ausblendungsvermoegen, um die Massen um sich herum zu vergessen und einfach nur zu geniessen.
Das Gleiche in fast noch extremeren Ausmassen trug sich dann in der Pinguinbucht zu, ein Ort der mich eigentlich aufgrund dieser witzigen Begebenheit –Pinguine, die in Suedafrika zuhause sind – interessiert haette. Doch schon am Parkplatz wurde uns schnell klar, dass dieses amuesante Naturphaenomen mal wieder zu touristischen Zwecken ausgenutzt wird: Zuerst muss man die Strasse zum Strand hinunterlaufen, wo einige Shops ihre Softdrinks und Eis verkaufen wollen, bis man an ein Gatter gelangt, das man nur im Tausch von bedruckten Scheinen oder gepraegten Muenzen passieren kann. Das war uns dann wirklich zu bloede und wir drehten um. Auf unserem Rueckweg trafen wir dann allerdings noch einen verirrten Pinguin, der sich verschreckt von den Menschenmassen in einem Strassenbusch zu verstecken suchte.
Erst jetzt im Nachhinein kann ich in meiner Erinnerung die Gewaltigkeit des Erlebten und Gesehenen wirklich verstehen und verarbeiten. Manchmal brauchen solche Eindruecke bei mir etwas Zeit, um wirklich anzukommen. Was mir aber immer wieder bewusst wird, wie wichtig es ist, die Natur zu respektieren, denn ihre Kraft und Schoenheit stehen weit ueber dem menschlichen Vermoegen.
TAG V
Den letzten Tag in CT verbrachten wir mit einem Besuch im etwas langweiligen Africa Museum (Relikte aus der Zeit der San), der vergeblichen Suche nach Levi’s Jeans (diese werden anscheinend dort produziert und sind somit guenstiger zu haben – allerdings muss man dafuer ins Outlet fahren, in der Innenstadt wird man sonst nicht fuendig – und einem entspannten Nachmittag im wunderschoenen, nach englischer Art angelegten Park in Gardens. Witzigerweise kamen wir noch an einer deutsch- franzoesischen Imbissbude vorbei, deren Besitzerin eine ehemalige fast- Nachbarin von uns ist – sie hat vor einigen Jahren nur zwei Strassen von uns weit entfernt gewohnt – kleine Welt!
Der letzte Abend ist aufgrund unserer Kellnerbegegnung Ian (ein sehr schottisch daherkommender Typ) nicht zu vergessen, wir hatten viel Spass und abschlusshalber noch mal lecker Seafood und Sushi!
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